Statt Rückkehr der Zeiger erst mal Abflug der Zifferblätter
Es wird später für die Turmuhr

Statt die sanierten Zeiger wieder anzuschrauben, wurden gestern erst mal die Zifferblätter abmon- tiert und zur überraschend notwendig gewordenen Restau- rierung per Auf- und Seilzug nach unten gebracht. Bild: ath

Alles hat seine Zeit. Die für die Rückkehr der Turmuhr von St. Martin war eigentlich schon eingestellt: Ende dieser Woche sollten die Zeiger nach ihrer Sanierung auf den vier Zifferblättern wieder angebracht und sichtbar gemacht werden. Doch jetzt wird es später, weil die Farbe der Uhren das Zeitliche gesegnet hat.

Das kam auch für St. Martins Stadtpfarrer Franz Meiler, Kirchenpfleger Josef Beer und Architektin Carola Setz überraschend. Letztere hatten der AZ erst vergangene Woche versichert, die Bauplane um die vier Uhren könne noch vor Weihnachten fallen und die Amberger sehen wieder in 80 Metern Höhe auf ihrem Wahrzeichen, was ihnen die Stunde geschlagen hat. Und weil die mannshohen Zeiger wie berichtet vergoldet wurden und hell glänzen, sollten auch die Zifferblätter neu aufpoliert werden, um farblich ein frisches Gesamtbild abzugeben. Dabei jedoch begannen sich Teile des Anstrichs zu lösen, und auch die aufgemalten Ziffern drohten eher zu verblassen, als kräftiger hervorzutreten.

Klar, dass sich die Pfarrei dann Anfang dieser Woche entschließen musste, auch die Zifferblätter mit ihren zwei Metern Durchmesser erst mal abbauen und restaurieren zu lassen. Wer weiß, wann das sonst wieder möglich gewesen wäre. Schließlich wird ein Gerüst am Martinsturm wohl die nächsten 50 oder 100 Jahre nicht mehr aufgestellt werden - so lange oder gar länger soll zumindest die noch bis zum Frühjahr laufende Steinsanierung herhalten. Gestern montierten Fachleute die jeweils in zwei Hälften geteilten Zifferblätter ab, beförderten sie über den Gerüstaufzug nach unten und verluden sie zum Abtransport.

St. Martin fliegt ein

Statt der Uhr ist in dieser Woche der Schutzpatron der Basilika zurückgekehrt: eine 2,20 Meter große Sandsteinfigur von St. Martin, die an der Südostseite des Turms wieder angebracht wurde. Sie war ebenso wie eine weitere Steinskulptur des heiligen Sebastian - sie hängt, von den Bauplanen derzeit ebenso verhüllt, an der Nordostecke - seit Frühjahr bei der Restaurierungsfirma Bauer-Bornemann saniert worden. Per Autokran wurden die jeweils 570 Kilo schweren Riesen auf die untere Gerüstplattform gehoben und von dort per Aufzug bzw. auch mit Muskelkraft an Ort und Stelle gehievt. "Er is' wieder dahoam", freute sich Kirchenpfleger Josef Beer gestern, und für Stadtpfarrer Franz Meiler ist die Rückkehr seines Kirchenpatrons gar ein kleines Weihnachtsgeschenk.
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