04.03.2018 - 15:12 Uhr

Tag der offenen Tür führt zu großem Ansturm Alles paletti im neuen Archiv

Johannes Laschinger und Jörg Fischer haben Stress. Denn die Amberger wollen jetzt auch sehen, wo die beiden städtischen Archivare arbeiten, nachdem der Umbau des Schießlstadls endlich vollendet ist. Da ist der Tag der offenen Tür die ideale Gelegenheit.

Ein paar von seinen Schätzen präsentiert Stadtarchivar Johannes Laschinger den Besuchern natürlich auch. Beispielsweise historische Stadtansichten. Bilder: Wolfgang Steinbacher (2)
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

"Immer nur zwölf Personen pro Führung." Es ist gar nicht so einfach, am frühen Samstagnachmittag ins neue Stadtarchiv am Paulanerplatz hineinzukommen. Da sind die feuerpolizeilichen Vorschriften und damit auch die Verwaltungsangestellten des Archivs schon sehr restriktiv. Mit gutem Grund, wie Johannes Laschinger, der Leiter des Stadtarchivs bei der Führung erklärt. Falls es nämlich brennen sollte im nagelneuen Archiv im ehemaligen kurfürstlichen Wagenhaus, muss es schnell gehen. "Wir haben dann genau eine halbe Minute Zeit, die Räume zu verlassen", erklärt Laschinger und deutet auf die Rohrleitungen an der Decke, auf denen deutlich "N2" zu lesen ist - Stickstoff.

Der wird im Fall der Fälle in das Magazin geleitet, in dem hauptsächlich leicht brennbares Papier gelagert ist. Stickstoff nimmt den Flammen den dringend benötigten Sauerstoff - aber auch jedem Lebewesen, das sich dann noch im Raum aufhält. Routiniert führt Laschinger durch das Haus im Haus, in dem er und seine drei Mitarbeiter seit einigen Wochen arbeiten. Zunächst gibt es im Vortragssaal Bilder vom Umbau des Schießlstadls zu sehen, dann geht es hinein in das Reich der Archivare.

Die haben jetzt endlich einmal ausreichend Platz für ihre Unterlagen, nachdem es im alten Archiv an der Zeughausstraße einfach zu eng geworden war. "Wir können jetzt Archivalien zusammenholen, die noch anderswo gelagert sind", erklärt Laschinger. Der seiner Gruppe natürlich nicht nur die schweren Rollregister vorführt, sondern auch ein paar Archivalien aus dem Bestand. Zum Beispiel ein Glasplatte aus dem Fotoarchiv, das er vor einiger Zeit von Foto Frey übernommen hat. Ein riesiger Schatz der Amberger Geschichte. Aber auch einfache Fotoansichten aus der Altstadt begeistern die Besucher. Beispielsweise der Schuber mit der Aufschrift "Jesuitenfahrt". Als Besonderheit gibt es dann noch eine original Urkunde von Ludwig dem Bayern aus dem frühen 14. Jahrhundert, die am besten gar nicht berührt werden sollte.

Hintergrund

Mit einem Kostenaufwand von rund sieben Millionen Euro haben die Planer des Architekturbüros Gildehaus und Reich aus Weimar einen großen Betonkubus in das ehemalige kurfürstliche Wagenhaus gesetzt. Diese Haus-in-Haus-Lösung habe sich als die praktikabelste erwiesen, erläutert Johannes Laschinger, der Leiter des städtischen Archivs, bei der Führung. Dazu musste zunächst einmal die "Außenhülle", also der sogenannte Schießlstadl restauriert und von den Einbauten befreit werden, die zum größten Teil aus der Zeit der Brauerei Schießl stammten war.

Anschließend konnte in die sanierte Außenhaut ein komplett neues Betongebäude gestellt werden. Dass das völlig unabhängig vom alten Stadel ist, davon konnten sich die Besucher am Samstag ebenfalls überzeugen. Ein schmaler Umlauf führt zwischen Alt- und Neubau rings um das kurfürstliche Wagenhaus herum. Mit Begeisterung machten die Besucher von der Gelegenheit Gebrauch, zwischen den mächtigen Mauern zu laufen. (ass)

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