Tierliebhaberin sammelt Unterschriften
Spielwiese für Hunde gesucht

Sandra Gruber kämpft für ein eingezäuntes Areal, damit Hunde wie ihre Leila frei laufen und toben können, Ferdinand Penzo, der Besitzer von Zeus und Kessy, unterstützt sie in ihrem Vorhaben. Bild: Hartl

Ein Areal so groß wie zwei Fußballfelder, ringsherum eingezäunt: Ein Traumgelände als Freilauffläche für Hunde hat Sandra Gruber bei Köln entdeckt. "Das ist Wahnsinn", sagt sie begeistert und versucht, so eine Spielwiese auch in Amberg zu schaffen.

Im Winter, als die Hundeliebhaberin in Köln war, tummelten sich rund 60 Vierbeiner, die spielten und sich so richtig auspowern. So groß muss die Fläche gar nicht sein, die sich die Besitzerin eines Siberian Husky für Ambergs Hunde wünscht.

Ein Areal, auf dem Hundebesitzer ihre Vierbeiner frei laufenlassen dürfen, gibt es schon. Es befindet sich an der Vils, bei der Bayreuther Straße. Doch auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegt der Spielplatz an der Kräuterwiese. Da einige Hunde laut Sandra Gruber sehr kinderlieb sind, schwimmen sie häufig durch die Vils zum Spielplatz. "Das ist für uns Besitzer natürlich ein riesiges Problem." Viele Mütter hätten Angst, wenn aus der Vils plötzlich Hunde kämen, weil sie mit ihrem Nachwuchs spielen wollen.

Hund totgefahren

Auch für Sandra Grubers Husky namens Leila ist die Freifläche nicht unbedingt geeignet. "Sie ist eine ausgesprochen gute Jägerin", schildert sie ihr Dilemma. Ihr Vierbeiner würden sich sofort hinter den Enten hermachen. Die Tierfreundin nennt ein weiteres Argument gegen dieses Areal: Es liegt an der Bayreuther Straße und ist nicht eingezäunt - die Tiere rennen mitunter auf die Straße. Sandra Gruber hat plötzlich Tränen in den Augen: Am 5. September wurde ihr zweiter Husky dort zusammengefahren, als er in einen Lkw lief. Der Hund war sofort tot.

Die Tierliebhaberin kennt ein Areal, das ihrer Ansicht nach alle Probleme lösen würde: Es befindet sich in Eglsee, ist in städtischem Besitz, derzeit verpachtet und war früher ein Bolzplatz. "Das wären rund 1500 Quadratmeter." Dafür hat sie seit Anfang Juni Unterschriften von Hundefreunden zusammengetragen, rund 900 an der Zahl. "Das ist doch jede Menge", sagt sie und gesteht, dass sie wegen Rückschlägen zwischendurch aufgehört hatte, weiter zu sammeln. Doch der Tod ihres Hundes habe ihr deutlich gemacht, wie wichtig ein eingezäuntes Areal sei. Aufgeben will sie nicht. Unterstützung bekommt sie von vielen anderen Hundebesitzern, unter anderem von Ferdinand Penzo. "Man könnte entlang der Bayreuther Straße einen Zaun aufstellen", erklärt der Besitzer von Zeus und Kessy. Oder aber an anderer Stelle eine Hundewiese einzäunen. Er, aber auch andere Hundebesitzer, wären durchaus bereit, beim Zaun-Bau mit anzupacken, "wenn uns das Material gestellt wird oder es auf Spendenbasis finanziert werden kann". Sandra Gruber hat noch andere eine Idee, was auf einem eingezäunten Areal realisiert werden könnte: ein Riesen-Sandkasten für die Vierbeiner. "90 Prozent aller Hunde lieben Sand zum Buddeln. Da sind sie wie kleine Kinder."

Zur Bürgerversammlung

Die junge Frau hat zwischenzeitlich auch Kontakt mit der Politik aufgenommen. Am Donnerstag, 19. Oktober, will sie sich mit Grünen-Stadtrat Hans-Jürgen Bumes treffen und um Unterstützung für ihr Anliegen werben. Auch zur nächsten Bürgerversammlung im November möchte sie gehen. Sie hofft, dass sich etwas bewegt. "Das Gelände wäre ideal." Von der jetzigen Hunde-Freilauffläche wäre es fußläufig in 15 Minuten zu erreichen. Und auch ihr Husky Leila könnte von der Leine. In der ganzen Stadt besteht Leinenpflicht. Wer dagegen verstößt und von der Polizei erwischt wird, muss zahlen. "Das kostet dann pro Hund ab 100 Euro aufwärts."

Gruber wünscht sich, dass die Stadt den Hundebesitzern das Grundstück überlässt, "gerne auch auf Leihbasis". 900 Unterschriften hat sie bereits. Aufgeben will sie nicht, "ich werde weiter sammeln." Listen hat sie unter anderem im Mobilcom-Handyladen in der Georgenstraße 32 ausgelegt. "Wer will, kann sich dort eintragen", sagt sie und hofft auf zahlreiche Unterstützer.

Das ist doch jede Menge.Sandra Gruber über die 900 Unterschriften, die sie gesammelt hat
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