26.02.2018 - 16:18 Uhr

Überfall im Dreifaltigkeitsviertel wird vor Gericht verhandelt Maskierte Räuber auf Beutezug

(hwo) Ein Gangsterstück der üblen Sorte spielte sich im Mai vergangenen Jahres im Dreifaltigkeitsviertel ab. Zwei Maskierte überfielen ein Frau (25) vor deren Haus und fesselten sie. Dann wollten die Räuber Geld und wiederholten diese Forderung, als sie wenig später vor einem Bett standen, in dem der Lebensgefährte (27) der Frau schlief.

Foto: Oliver Berg/dpa
von Autor HOUProfil

Als die Polizei im Mai 2017 Angaben zu dem Überfall machte, erfuhr die Öffentlichkeit nur Bruchstücke des Geschehens. Erst jetzt vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts stellt sich heraus, was wirklich geschah: Ein offenbar geplantes Verbrechen, das nicht nur einer jungen Frau, sondern vielmehr deren Freund galt. Mit kriminellen Vorgehensweisen, die an einen Tatort-Krimi erinnern. Die beiden Männer auf der Anklagebank, aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab stammend, schweigen bisher. Sie lassen ihre Anwälte reden. Doch fest steht wohl: Sie haben etwas mit dem Verbrechen im Dreifaltigkeitsviertel zu tun. Und gewiss ist auch: Beide kannten ihre Opfer nicht und hatten lediglich gehört, dass bei dem jungen Paar Geld zu holen sei.

"Wo ist das Geld?"

Am 5. Mai 2017 kurz nach 7 Uhr wurde es turbulent vor einem Einfamilienhaus. Eine heute 25-Jährige wollte eben zur Arbeit fahren, als sie von zwei mit Sturmhauben maskierten Tätern vor ihrem Anwesen überfallen wurde. Die Frau bekam Klebeband vor den Mund, sie wurde mit Kabelbindern gefesselt und in ihr gleich daneben stehendes Auto geschleppt. "Wo ist das Geld?", wollten die Gangster wissen. Das Opfer teilte mit, dass Bares nicht vorhanden sei. Während die 25-Jährige, die bis heute unter traumatischen Ängsten leidet, verzweifelt versuchte, sich ihrer Fesseln zu entledigen und schließlich aus dem Fahrzeug hinaus auf die angrenzende Straße robbte, gelangten die Maskierten ins Hausinnere. Im Schlafzimmer lag der Lebensgefährte der Frau. Er schlummerte noch und wurde des Angriffs erst gewahr, als die Männer auf ihn sprangen. Sie wiederholten ihre Forderung nach Geld, hatten Teleskopschlagstöcke dabei, fesselten ihn.

"Hol' das Messer", soll einer der Räuber zu seinem Komplizen gesagt haben. "Ich dachte, jetzt schlachten sie mich ab", ließ der 27-Jährige jetzt als Zeuge wissen. Als dann noch immer für die Täter keine Beute in Reichweite war, ließen sie plötzlich ab und flüchteten. Das Opfer konnte sich seiner Fesseln entledigen und verfolgte das maskierte Duo. Was folgte, war ein rascher Zugriff der Polizei. In Unterhosen rannte der 27-Jährige den Räubern nach. Zusammen mit draußen zufällig anwesenden Bauarbeitern gelang es ihm, einen der Männer vor dem Haus zu stellen. Den zweiten griffen sich Streifenbeamte, die von Passanten alarmiert worden waren. Er hatte einen Rucksack dabei, in dem sich zur Tat verwendete Utensilien befanden. Auch eine Sturmhaube mit Mund- und Augenschlitzen.

Keine Aussagen

Die Verdächtigen, heute 28 und 40 Jahre alt, wollen bislang keine Angaben machen. So wurde bisher auch nicht deutlich, weshalb sie an diesem Morgen aus dem Raum Weiden nach Amberg fuhren. Es könnte sein, dass die mutmaßlichen Räuber von jemandem einen Tipp erhielten, dass in dem Haus etwas zu erbeuten sei. Dieser in den Verdacht des Informanten geratene Mann kann allerdings nicht mehr gehört werden: Er hat unterdessen den Freitod gesucht.

War wirklich Geld in dem Haus vorhanden? Die 25-Jährige sagte beim Prozessauftakt, sie habe wohl "etwa 15 000 bis 20 000 Euro Erspartes" daheim gehabt. Ihr Lebenspartner sprach von "1000 oder 2000 Euro." Unterdessen hat es zwei sogenannte Rechtsgespräche zwischen Richtern, Anwälten und Anklagevertreterin gegeben. Doch eine Strafhöhenzusicherung bei eventuellen Geständnissen der Täter wurde nicht ausgehandelt. Das Verfahren ist vorläufig auf vier Tage festgesetzt.

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