Urologe Dr. Dietrich Schreyer über Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Entzündungen
Wenn die Blase schmerzt

Dr. Dietrich Schreyer

Viele Frauen kennen das Problem: Aus heiterem Himmel brennt es beim Wasserlassen, man muss ständig zur Toilette, mitunter ist der Urin auch blutig. Die akute Blasenentzündung ist eine häufige Erkrankung. Eine eindeutige Ursache lässt sich oft nicht finden. Eine „Verkühlung“ wird oft angeschuldigt, ist aber in ihrer Auswirkung umstritten. Frauen haben aus rein anatomischen Gründen (kurze Harnröhre) ein 100 Mal häufigeres Risiko für Harnwegsentzündungen als Männer.

Die Erreger sind selten übertragbar, sie entstammen meist der eigenen Darmflora. Zum Glück kann die Blasenentzündung gut behandelt werden: ein Kurzzeitantibiotikum, gegebenenfalls ein krampflösendes Schmerzmittel und die Beschwerden lassen rasch nach. Pflanzliche Präparate können unterstützend wirken, reichen aber als alleinige Behandlung oft nicht aus. Liegt eine Nierenbeckenentzündung vor, handelt es sich um ein wesentlich schwereres Krankheitsbild. Eine mindestens einwöchige antibiotische Behandlung ist erforderlich, Bettruhe sollte eingehalten werden. Bei immer wieder kehrenden Blasenentzündungen sollte eine Untersuchung beim Urologen durchgeführt werden. In vielen Fällen können dann prophylaktisch Medikamente gegeben werden, um weiteren Entzündungen vorzubeugen.

Anders bei Männern: Eine einfache Blasenentzündung gibt es nicht. Wenn es beim Mann brennt und der Urin blutig ist, handelt es sich meist um eine Prostataentzündung. Diese geht oft mit hohem Fieber einher. Es handelt sich um eine schwere Entzündung, die über zehn bis 14 Tage mit einem Antibiotikum behandelt werden muss. In manchen Fällen ist sogar eine Krankenhauseinweisung erforderlich. Alle Harnwegsinfektionen beim Mann sind komplizierte Entzündungen, die fachärztlich abgeklärt werden müssen. Auch bei Kindern handelt es sich meist nicht um einfache Blasenentzündungen. Hinter einer kindlichen Nierenbeckenentzündung kann sich eine angeborene Ursache verbergen, die später zu Nierenschäden führt. Auch in diesen Fällen ist eine Abklärung beim Facharzt erforderlich.

Kontakt
Dr. med. Dietrich Schreyer
Urologische Gemeinschaftspraxis
Dres. med. Scharl, Schreyer, Vogl
Marienstraße 9
92224 Amberg

Telefon: 09621/12751
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