Verkehrspolizei Amberg präsentiert Verkehrsstatistik 2017
Handy am Steuer: "Null Verständnis"

Weil er das Fahrzeug vor sich zu spät bemerkte, krachte ein Golffahrer am Dienstag, 3. April, bei Hahnbach ungebremst in den Vordermann. Zum Glück wurden beide nur leicht verletzt. Archivbild: gf

Unfälle passieren, heißt es. Gerade im Straßenverkehr sind viele aber vermeidbar. Das Ziel der Verkehrspolizei (VPI) Amberg ist es, Unfallprävention zu betreiben - und das mit strengen Maßnahmen.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die VPI Amberg, einschließlich der Autobahnpolizeistation Schwandorf, 783 Verkehrsunfälle. Auch wenn das im Vergleich zu 2016 28 weniger sind, sei das noch lange kein Grund, sich auszuruhen, sagte Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik 2017.

Dabei reichen die Aufzeichnungen von Blechschäden bis hin zu tödlichen Unfällen. Jeder Vorfall wird untersucht, und anhand der Erkenntnisse versuchen die Verkehrspolizisten weitere Unfälle zu vermeiden. Eine der Hauptunfallursachen ist laut Böhm fehlende Aufmerksamkeit. Wie schon seit vielen Jahren ist das Telefonieren am Steuer die Ablenkung Nummer eins für Autofahrer. Die VPI Amberg hat 2017 mehr als doppelt so viele Verstöße dieser Art geahndet wie 2016.

Mit 197 auf der Landstraße

"Der Grund ist, dass alle Dienststellen verstärkt kontrollieren. Da haben wir null Verständnis. Wer ein Handy in der Hand hält, wird bestraft", warnte Böhm. Seit Oktober 2017 kostet das dann 100 Euro statt 60, und einen Punkt in Flensburg gibt es dazu. "Wir wollen nicht großen Reibach machen", gab Böhm zu verstehen, "wir wollen durch die vermehrte Kontrolle und höhere Strafen Unfälle vermeiden, die wegen mangelnder Aufmerksamkeit passieren." Das sei ihm ein besonders großes Anliegen. Vor allem auf den Landstraßen neige so mancher Autofahrer zu unerlaubt hohen Geschwindigkeiten. Der VPI-Chef erzählte von einem Motorradfahrer, der mit 197 Kilometer pro Stunde (bei erlaubten 100) geblitzt wurde. Dank einer Geschwindigkeitsmessung mit zwei Kameras, die von vorne und hinten aufnehmen, konnte das auf der Rückseite angebrachte Kennzeichen festgehalten und der Fahrer ermittelt werden. Er musste seinen Führerschein abgeben und Hunderte Euro Bußgeld zahlen.

18 000 Mal geblitzt

Zudem sei es nun möglich, auch beide Fahrtrichtungen gleichzeitig zu blitzen. 2017 gab es über 18 000 Beanstandungen, das heißt Verwarnungen (bis 55 Euro Strafe, bei 16 bis 20 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung), Verkehrsordnungswidrigkeiten-Anzeigen (VOWI) und Fahrverbote. 2013 waren es "nur" 13 000. Das bedeute nicht, dass mehr Raser unterwegs sind, sondern dass die Technik präziser und ausgereifter sei. Von vielen oft unterschätzt wird auch das ordnungsgemäße Einhalten des Abstands. Als Faustregel gilt: Zum nächsten Auto muss ein halber Tacho in Metern Abstand gehalten werden. Bei 120 km/h wären das also 60 Meter. Auf den Autobahnen in ihrem Zuständigkeitsbereich (A 93 und A 6) misst die VPI seit 2015 verstärkt die Abstände.

Böhm: "Seit 2015 haben wir auf digitale Messung umgestellt. Beispielsweise wurden bei den alten analogen Messgeräten 2014 gerade einmal 373 Abstandsverstöße bei Pkw erfasst. 2015 waren es dann 1590." Vergangenes Jahr verzeichnete die VPI 522 Verstöße bei Pkw, 477 bei Lkw und 665 Fahrverbote. "Das ist einer unserer Schwerpunkte zur Unfallprävention. Wir investieren in mehr Personal und registrieren daher auch mehr Verstöße", sagte Böhm. Zufrieden sei die VPI noch lange nicht, aber "auf einem guten Weg". Angemerkt
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Franz Wölfl aus Mitterteich | 13.04.2018 | 09:24  
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