Veterinäramt und Tierschutzverein holen Tiere aus früherem Bauernhof raus
"Was die Tiere gelitten haben"

Der Hund, der in einem Zwinger jedem Wetter ausgesetzt war, ist jetzt im Tierheim, aber immer noch total eingeschüchtert. Bild: Hartl

"Wir brauchen unbedingt Hilfe." Sabine Falk meint in erster Linie einen Platz für abgemagerte Schafe und Hühner. Und in zweiter Linie Ehrenamtliche, die den Tierschutzverein unterstützen. Ein Todesfall hat ihm am Freitag wieder eine Menge Arbeit beschert.

Es waren sieben Schafe, sieben Hühner, 15 Kaninchen und sechs Katzen, um die sich Sabine Falk und ihre Mitstreiter kümmern mussten, nachdem der Besitzer eines ehemaligen Bauernhofs im Stadtgebiet gestorben war.

"Ein normales Ableben, keine Hinweise auf Fremdeinwirkung", sagt Peter Merold von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz zur Todesursache. Aber es waren so viele Tiere auf dem Anwesen, dass das Veterinäramt und der Tierschutzverein hinzugezogen werden mussten. "Jeder war betroffen, wie diese Tiere leben mussten und was sie gelitten hatten", beschreibt Sabine Falk ihren ersten Eindruck, als sie den Hof betrat. Sie habe sich zuerst gewundert, warum die total abgemagerten Schafe in ihrem Stall mit dem Kopf fast bis an die Decke reichten: Weil sie auf einer eineinhalb Meter hohen Kotfläche standen. "Und sie hatten kein Wasser." Das Veterinäramt hat laut Falk eine vorübergehende Unterbringung für die Schafe gefunden. "Aber wir suchen dringend einen Gnadenhof für sie." Ebenso für die sieben dürren Hühner, die in einem lichtlosen Verschlag auf ihrem eigenen Kot dahinvegetierten.

Von den Kaninchen lagen drei bereits tot auf dem Gelände, 15 hausten in Ministällen, "ebenfalls total verkotet". Die nimmt der Verein "Kaninchenhoffnung" den Ambergern ab - "ohne den würden wir es gar nicht schaffen, denn mit Kaninchen sind wir total überfüllt". Im Tierheim aufgenommen wurde ein Border Collie, der nach Falks Erkenntnissen in einem Zwinger ohne Dach ständig der Witterung ausgesetzt war. "Der kennt offensichtlich auch keine Leine, kein Halsband, der war total eingeschüchtert und ist drei Tage lang nicht aus der Hundebox raus."

Den Border Collie möchte der Tierschutzverein ebenso vermitteln wie die Katzen, die auf dem Anwesen lebten. Sechs sind bereits im Tierheim, möglicherweise werden es aber noch mehr; Katzenfallen sind aufgestellt, um die noch herumstreunenden Tiere einzufangen. An dieser Stelle wäre Hilfe für Falk sehr wertvoll: "Wenn wir nur ein paar Ehrenamtliche hätten, die nach den Fallen sehen und die Katzen zu uns bringen, falls welche drin sind."

Sabine Falk hofft, dass das Schicksal der Schafe, Hühner, Kaninchen, Katzen und des Hundes weitere Tierfreunde animiert, sich mit einzubringen oder die Tiere aufzunehmen. "Denn die haben bisher in ihrem ganzen Leben sicher noch nichts Schönes erlebt."
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