06.03.2018 - 20:00 Uhr

Vom Finden des großen Glücks beim Kindertheater-Festival Bär und Tiger auf Schatzsuche

Wer war nicht auch schon einmal auf der Suche? Nach der großen Liebe, der inneren Ruhe oder den Autoschlüsseln? Dabei ist es ganz einfach: Die Dinge müssen nicht gesucht, sondern gefunden werden. Wie das geht, erfahren die Zuschauer in "Komm wir finden einen Schatz", das Stück am zweiten Tag des Kindertheater-Festivals.

Beim Buddeln nach dem Schatz begegnen der Bär (Meike Hess, oben) und der Tiger (Rebecca Kirchmann, unten) unter anderem dem "glücklichen Maulwurf" (auch Kirchmann). Bild: Hartl
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Was dahinter steckt, trägt die Theatergruppe Morgenroth & Schwester aus Nürnberg, bestehend aus den Darstellerinnen Meike Hess und Rebecca Kirchmann, vor. Die Vorstellung im Jugendzentrum Klärwerk soll gerade losgehen, da gestehen sie sich gegenseitig: "Ich habe das Buch verloren." Das brauchen sie eigentlich für den Auftritt. Doch wozu ein Buch, wenn die Fantasie jede Geschichte erfinden kann.

In der nächsten knappen Stunde sehen die jungen Zuschauer eine unterhaltsame Vorstellung, frei nach dem Kinderbuch von Janosch. Die Theaterdarsteller erleben als Bär (Hess) und Tiger (Kirchmann), mit Hilfe von wenigen Alltagsgegenständen, ein großes Abenteuer. "Für uns war sofort klar, wer wen spielt. Es passte einfach zu uns", sind sich die Schauspielerinnen, die auch privat sehr gut befreundet sind, einig. Gemeinsam schicken sie Tiger und Bär auf eine Schatzsuche, oder wohl eher "Schatzfinde". Tiger und Bär graben nach einer Kiste mit Gold und Geld, von der sie denken, dass sie das große Glück ist, tauchen ab unters Meer, wagen sich in den wilden Wald und begegnen unterwegs so manchem schrägen Vogel. Die beiden singen, tanzen, klettern und erzählen so lebhaft, dass sich die Kinder im Publikum nicht mehr auf den Stühlen halten können. Da wird gestampft, gerufen und das Wichtigste: Es wird viel gelacht. Besonders begeistert sind die Kinder, als der Bär, alias Hess, auf einem Cello spielt.

Am Ende sind sie wieder zu Hause in ihrem Häuschen am Fluss. Zwar ohne Schatz, aber dafür um die Erfahrung reicher, dass das Glück viel näher ist, als es zunächst scheinen mag. "Alle Lieder sowie die Bearbeitung stammen von Thomas Herr", erklären die Schauspielerinnen nach der Vorstellung. Die Schulkinder kommen auf die Mimen zu und sie stellen Fragen, wie zum Beispiel: "Wie konntest du so pfeifen?" und wollen mit ihnen abklatschen.

"Es ist einfach schön, dass die Kinder voll dabei sind. Sie sind einfach grundehrlich", sagt Hess. Rebecca Kirchmann hat lange Zeit nur vor erwachsenem Publikum gespielt. "Klar hat das auch etwas, ernstere Figuren zu verkörpern. Ich hatte aber irgendwann das Bedürfnis, auch vor Kindern aufzutreten." Die Janosch-Adaption zeigt das Duo mittlerweile schon seit fünf Jahren. Und was ist ihr größtes Glück? "Liebe", antwortet Kirchmann, "in allen Facetten".

Kit für Kids

Das Kindertheater-Festival, kurz Kit, versammelt eine Woche lang die besten Schauspielkünstler aus ganz Deutschland in Amberg. Eine Jury aus zehn Kindern (Grundschule und Kindergarten) bewertet jeden Auftritt. Der Gewinner eröffnet das Festival im darauffolgenden Jahr. Täglich gibt es drei Vorstellungen - vormittags für Schulen und Kindergärten, und am Nachmittag für die Öffentlichkeit. Für heute ändert sich das Programm aufgrund einer Erkrankung im Ensemble. Statt "Wo die wilden Kerle wohnen" sehen die Kinder "Albin und Lila oder Können Schweine Hühner lieben?" Eine Geschichte für Kinder ab vier Jahren, die laut einer Pressemitteilung der Stadt nicht weniger spannend ist. Los geht es um 16 Uhr. Weitere Informationen zum Festival-Programm und eine aktuelle Vorschau mit Kurzbeschreibung gibt es unter www.stadttheater.amberg.de. (anv)

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