31.01.2018 - 14:00 Uhr
Oberpfalz

Wegen Kostenpflicht Marienstraße: Autofahrer weichen auf Kundenparkplätze aus Parkdruck geht zu Edeka

Das Geschäft bei Edeka in der Pfistermeisterstraße floriert. Schaut man auf den Parkplatz, könnte man glatt meinen, hier gibt's was umsonst - so voll ist es fast permanent. Doch es sind nicht nur Kunden, die hier ihr Auto abstellen. Im Gegenteil scheint sich das Parkproblem an der Marienstraße teils hierher verlagert zu haben.

Edeka-Betreiber Manfred Wiesmeth lächelt nur fürs AZ-Foto zum eher ärgerlichen Thema. Angesichts seiner von vielen Fremdparkern zugestellten Kundenparkplätze an der Pfistermeisterstraße vergeht ihm langsam die gute Laune. Der Inhaber hat zuletzt auch selbst immer wieder Hinweiszettel zu den Verstößen an den Windschutzscheiben der Autos angebracht. Ab heute kontrolliert ein eigens von ihm beauftragter Überwachungsdienst. Bild: Steinbacher
von Thomas Amann Kontakt Profil

Immer mehr Autofahrer weichen aus, seit sie auf der Freifläche neben dem Marien-Parkdeck eine Gebühr bezahlen müssen. Das hat Geschäftsinhaber Manfred Wiesmeth festgestellt, der insgesamt schon länger mit der Schwierigkeit von Fremdparkern auf seinem Grundstück kämpft. Jetzt reißt ihm langsam der Geduldsfaden, weil sich die Situation erneut verschärft hat. Und weil eben zu befürchten ist, dass bald, wenn erst mal die Bauarbeiten fürs neue Parkhaus an der Marienstraße mit dann noch weniger Abstellmöglichkeiten beginnen, gar nichts mehr geht. Deshalb handelt Wiesmeth lieber jetzt, um weiteren Auswüchsen vorzubeugen.

Seit Anfang vergangener Woche lässt er von seinem Personal Zettel an die Windschutzscheiben der "Dauerparker" heften, die darauf hinweisen, dass "dies kein öffentlicher Parkplatz ist". Im Gegenteil bestehe sogar eine Parkscheibenpflicht mit einer maximalen Abstellzeit von eineinhalb Stunden - im Grunde gültig für Kunden, die auch wirklich bei Edeka einkaufen. Das aber ist nach der Erfahrung von Manfred Wiesmeth das Problem: Viele Leute, die gegenwärtig hier parken, gehen ganz woanders hin. Die meisten Richtung Emailfabrik- und Marienstraße, wie der Geschäftsinhaber mehrfach beobachtet hat. Seine kaum von der Hand zu weisende Vermutung: Das sind vielfach Menschen, die zu den Ärzten oder Geschäften dort gehen, nicht aber bei Edeka einkaufen. Im Gegenteil scheint der Laden an der Pfistermeistertraße im Augenblick im übertragenen Sinn der billige Jakob zu sein, weil das Parken hier nichts kostet. Wiesmeth und sein Team glauben, das an typischen Parkzeiten von zwei bis drei oder vier Stunden zu erkennen, die ein Arztbesuch plus manch andere Erledigung in der Nähe eben dauert.

Manche parken sogar noch länger, auch Schüler des nicht allzu weit entfernten Beruflichen Schulzentrums sind laut Wiesmeth darunter. Ob sich beispielsweise auch Angestellte der Ärzte, Geschäfte und des Klinikums mit ihren Pkw hierher verlagert haben, kann Wiesmeth nur mutmaßen, weil er die Leute natürlich nicht kennt. Anzunehmen aber sei es bei einigen, die auch mal acht oder zehn Stunden hier stehen. Und Edeka-Kunden die Parkplätze für den Einkauf wegnehmen. Das hat laut Wiesmeth so zugenommen, dass sich Einkäufer, die keine Stellmöglichkeiten finden, bei ihm schon beschweren. Der eine oder andere habe auch gleich mitgeteilt, dass er dann weitergefahren ist zu einem anderen Geschäft, wo Parkplätze frei waren. Das wird dann "bedrohlich", findet Wiesmeth wenn ihm seine Kunden abhanden kommen, für die eigentlich genügend Parkraum vorhanden wäre mit insgesamt 132 Stellplätzen.

Jetzt handelt Wiesmeth nicht nur mit der Zettelaktion. Seit heute hat er auch einen privaten Kontrolldienst engagiert, der Falschparker ansprechen soll und an alle, die man nicht antrifft, weiter Zettel verteilt. Bis Ende März soll das noch mal in einer Good-Will-Aktion so laufen, danach wird's vermutlich ernster. Wiesmeth überlegt, ab April diesen Kontrollservice auch abschleppen zu lassen. So viel kündigt er schon mal zur Warnung an und setzt auf die Vernunft der Leute, weil er eigentlich nicht die Drohkeule schwingen will.

3000 Handzettel und 20 Schilder

Edeka-Betreiber Manfred Wiesmeth hat 3000 Handzettel für die Windschutzscheiben drucken und 20 Schilder, die auf die Parkscheibenpflicht auf seinen Stellplätzen hinweisen, neu aufstellen lassen. Bei direkten Anwohnern, die bei ihm einkaufen und sich als feste Kunden registrieren lassen, ist er übrigens großzügiger: Sie dürfen auch länger hier parken. Ihre Zahl beschränkt sich laut Wiesmeth allerdings auf "unter zehn".

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