Wegen Rauschgiftbesitzes vor Gericht
Festtagsfreuden in Freiheit

Na dann: Frohe Weihnachten und ab nach Hause. Nach fünfmonatiger Untersuchungshaft kam ein 40-Jähriger auf freien Fuß, den Polizeifahnder Anfang August an der Autobahn A6 kontrolliert und einiges an Rauschgift gefunden hatten.

Amberg. (hwo) So schnell kann es oft gehen. Der 40-Jährige legte heuer Anfang August einen Pausenstopp an der Raststätte Oberpfälzer Alb ein. Der Aufenthalt hätte eigentlich nur ein paar Minuten dauern sollen. Doch er verlängerte sich um viele Wochen. Denn plötzlich stand der Mann Fahndern der Polizei gegenüber, die rein routinemäßig zur Kontrolle ansetzten und im Wagen Rauschgift sicherstellten. Darunter 50 Gramm Amphetamin und, eher selten, getrocknete Cannabisblüten.

Mindere Qualität

Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl gegen den 40-Jährigen und ging davon aus, dass eine längere Freiheitsstrafe drohen könnte. Doch die gab's nicht. Der Grund: Das Amphetamin stellte sich als Stoff heraus, der von minderer Qualität war. Zudem legte der Mann, aus der U-Haft vorgeführt, vor Amtsrichter Peter Jung ein umfassendes Geständnis ab. "Alles zum Eigenverbrauch bestimmt", ließ er wissen. Das Gegenteil konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Im Prozess beantragte Staatsanwalt Holger Vogl eine Haftstrafe von 15 Monaten mit Bewährung. Verteidiger Jörg Jendricke stellte sich auf den Standpunkt: "Zehn Monate sind genug." Zumal sein Mandant schon seit August in Untersuchungshaft sitze.

Richter Jung verhängte ein Jahr mit Bewährung und hob den bestehenden Haftbefehl auf. Damit konnte der Angeklagte noch am gleichen Tag zusammen mit dem eigens aus Osteuropa angereisten Vater die weite Heimreise antreten. Jedoch nicht in seinem damals an der Raststätte abgestellten Wagen, an dessen Lenkrad er seinerzeit Richtung Tschechien unterwegs gewesen war. Das Fahrzeug gilt als verschwunden und ist seitdem auch nicht mehr auffindbar.

Fotos von Cannabis

Dem für seinen hintergründigen Humor bekannten Richter lagen im Prozess Fotos der beim polizeilichen Zugriff gefundenen Cannabisblüten vor. Jung sah sie sich genau an und kommentierte: "Sieht aus wie die Exkremente eines Vegetariers." Der Mann verstand diesen Scherz nicht so recht. Alle anderen schmunzelten.
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