04.07.2017 - 12:38 Uhr
Oberpfalz

Wie eine Rettungsgasse gebildet wird Ein Lkw muss durchkommen

Nach dem Unglück auf der A9 bei Münchberg kritisierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann manche Autofahrer. Der Vorwurf: Sie hätten zu spät oder gar keine Rettungsgasse gebildet.

von Alexander Unger Kontakt Profil

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage, bei der zwischen 6. und 8. Juni 1001 Führerscheinbesitzer befragt wurden, weiß jeder zweite Autofahrer in Deutschland nicht, wie er auf einer dreispurigen Straße die Rettungsgasse richtig bilden muss (50 Prozent). Wie das bei zwei Spuren in einer Richtung korrekt funktioniert, weiß jeder Dritte nicht (35 Prozent).

So funktioniert die Rettungsgasse:

  • Auf dreispurigen Autobahnen muss die Rettungsgasse zwischen der linken und der mittleren Fahrspur gebildet werden.
  • Auf zweispurigen Straßen fahren Autos auf der linken Fahrspur an den linken Fahrbahnrand, Fahrzeuge auf der rechten Spur an den rechten Rand.
  • Bereits bei stockendem Verkehr muss eine Rettungsgasse gebildet und offen gehalten werden.
  • Zur Bildung der Rettungsgasse muss das Fahrzeug möglichst parallel zur Fahrtrichtung ausgerichtet sein.
  • Es muss ausreichend Abstand zum vorderen Fahrzeug bestehen, um reagieren zu können.
  • Befahren werden darf die Rettungsgasse ausschließlich von Hilfsfahrzeugen mit Lichtzeichen und Martinshorn. Dazu zählen Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei, Abschlepp- und Bergungsdienste, Autobahn- und Straßenmeistereien sowie das Technische Hilfswerk (THW).

Download: Infoblatt des ADAC zur Rettungsgasse (PDF)

Ruf nach höheren Bußgeldern

Unter den Ländern werden Rufe nach höheren Geldbußen für Autofahrer laut, die Rettungsgassen auf den Straßen blockieren. Das geht aus einer Empfehlung des Innenausschusses des Bundesrats hervor, über die das Plenum der Länderkammer am Freitag, 7. Juli, noch entscheiden muss. Der Bundesrat soll sich demnach für Bußgelder von bis zu 165 Euro stark machen statt der bisher von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geplanten Anhebung auf bis zu 115 Euro. In der vom Bundesratsausschuss vorgeschlagenen Entschließung heißt es: "Mit einer drastischen Erhöhung des Bußgeldes wird besonders hervorgehoben, welche hohe Bedeutung das Bilden einer Rettungsgasse hat." Der Regelsatz für das Nichtbilden einer Gasse solle daher von bisher mindestens 20 Euro auf mindestens 105 Euro angehoben werden. (dpa)

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