27.03.2018 - 18:58 Uhr

Wieder falsche Polizisten am Telefon Seniorin (81) schlauer als Betrüger

Telefon-Trickbetrüger suchen sich oft gezielt Senioren als potenzielle Opfer aus. In diesem Fall hat das nicht funktioniert: Eine Rentnerin ging den falschen Polizisten nicht auf den Leim.

Der Trick, sich als Telefon-Betrüger als Polizist auszugeben, funktioniert nicht immer.
von Heike Unger Kontakt Profil

"Die Betrugsmasche ist bekannt, aber immer wieder versuchen Unbekannte damit, das Vertrauen meist älterer Mitbürger zu ergaunern", teilt Peter Krämer, stellvertretender Leiter der Sulzbach-Rosenberger Polizeiinspektion, mit: Kriminelle rufen unter falschen oder gekauften Telefonnummern an und geben sich als Polizisten aus. Dabei behaupten sie, dass Adresse und der Name der Angerufenen aus Aufzeichnungen einer Einbrecherbande stammen, die geschnappt werden konnte.

Das sei in der Vergangenheit schon öfter vorgekommen, bilanziert Krämer. Die Betrüger suchten sich ihre Opfer meist über deren Vornamen aus: Wenn diese nicht mehr ganz modern seien, gingen sie davon aus, es mit älteren Menschen zu tun zu haben, die ihnen leicht auf den Leim gehen. Die Polizei macht inzwischen andere Erfahrungen: "Die Senioren sind oft gut gewappnet und geben keine Auskünfte über ihr Vermögen am Telefon."

So wie eine Rentnerin (81) aus Schwend im Birgland, die am Montag angerufen wurde. "Sie erkannte die Masche, über die bereits einige Male in der Presse berichtet wurde und beendete das Gespräch, bevor der Betrüger sie nach ihrer Barschaft auskundschaften konnte", teilt Krämer mit. Danach meldete die Frau den Vorfall der Polizei in Sulzbach-Rosenberg. Die 81-Jährige hatte sich sogar die Telefonnummer des Anrufers notiert. Diese führte "aber leider nicht zu den Tätern, sondern lediglich zu einem gekauften Netzknoten", wie Krämer bedauert. Immerhin: Durch ihr "resolutes und umsichtiges Verhalten" sei der Seniorin kein Schaden entstanden.

Die Polizei warnt angesichts dieses aktuellen Falls davor, dass solche Betrüger weiter aktiv sein könnten. Der Rat der Ermittler: "Lassen Sie sich nicht einschüchtern, geben Sie keine Auskünfte zu Ihrem Vermögen oder zur Aufbewahrung von Bargeld und Schmuck. Beenden Sie das Telefonat und merken sich am besten die vielleicht im Display angezeigte Telefonnummer." Dann sollte man umgehend die "richtige" Polizeidienststelle oder die Einsatzzentrale (Rufnummer 110) verständigen.

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