07.03.2018 - 20:00 Uhr

Wirtschaftsschule für eine faire Welt Lehrer trinken künftig fair

(exb) Die städtische Wirtschaftschule Friedrich Arnold ist laut einer Pressemitteilung auf dem Weg zu einer fairen Welt einen großen Schritt vorangegangen. Nach einer Verköstigung wurde ein neuer Kaffee für sehr gut befunden, künftig wird er im Lehrerzimmer getrunken. Dieser kommt aus Äthiopien wird nicht als Rohkaffee exportiert und hier weiterverarbeitet, sondern direkt im Ursprungsland geröstet, verpackt und in Kühlcontainern nach Deutschland gebracht.

Getestet und für gut befunden: Im Lehrerzimmer der städtischen Wirtschaftsschule wird künftig fair gehandelter Kaffee aus Äthiopien getrunken - sehr zur Freude von Helmut Kollhoff (vorne links), Gründer der Zukunftsakademie. Bild: exb
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Die von Helmut Kollhoff gegründete Zukunftsakademie versucht nach eigenen Angaben ein Bewusstsein für unsere globale Mitverantwortung durch eine Vertiefung mit dem "Schulfach Zukunft" zu schaffen. Schüler lernen, dass die Weiterverarbeitung von Kaffee Arbeitsplätze und Einkommen schaffe und damit Armut und Hunger verringere. Der Staat nehme Steuern ein und könne damit Infrastruktur und Bildung weiterentwickeln. Eine Studie zeigt laut Kollhoff, dass in Äthiopien 280 000 Arbeitsplätze entstehen, wenn der Kaffee nur noch geröstet und verpackt exportiert würde. Diese Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung der Rohstoffe sei laut Marshallplan für Afrika von Entwicklungshilfeminister Gerd Müller für eine Entwicklung eines Landes sehr wichtig.

Kritische Stimmen sagten sogar, dass der Export von Rohstoffen die Entwicklung eines Landes behindere, da zum Beispiel die Rohstoffe an den Börsen gehandelt würden und die Preise dadurch starken Schwankungen unterlägen. "Erst mit der Weiterverarbeitung und den damit entstehenden Arbeitsplätzen würde sich ein Land entwickeln.

"Menschen, die für uns arbeiten, fair zu bezahlen, ist auf der einen Seite eine christliche Pflicht", unterstreicht Kollhoff. Auf der anderen Seite sorge dies dafür, "dass wir uns zukünftig nicht mit Migrationsströmen befassen müssen, da die Menschen im globalen Süden in ihrer Heimat ein Auskommen haben". Nach Kollhoffs Angaben gibt es diesen Kaffee im Eine-Welt-Laden am Paulanerplatz. Schulen und Betriebe, die größere Mengen abnehmen wollen, könnten auf Wunsch direkt beliefert werden. Interessenten können sich per Mail (EineWeltStaion.Amberg[at]email[dot]de) melden.

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