14.07.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Zehn Jahre Flika-Nachsorge Halt für kleine Kämpfernaturen

Wenn der Start ins Leben komplizierter verläuft als gedacht, sind sie für Eltern und ihre Neugeborenen da: Die Mitarbeiter des sozialmedizinischen Dienstes des Fördervereins der Kinderklinik am Klinikum St. Marien, kurz Flika.

Im Klinikum gab es Grund zu feiern: Seit zehn Jahren existiert die sozialmedizinische Nachsorge von Flika, dem Förderverein Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum St. Marien. Auf dem Bild von links: Michaela Leitl (stellvertretende Flika-Vorsitzende), Kirsten Daller vom Nachsorge-Team, Dr. Alexander Schnelke (Leiter der sozialmedizinischen Nachsorge), Ute Hirsch und Vanessa Räder (beide Nachsorge-Team), Dr. Sigrid Heimering (Oberärztin Klinik für Kinder und Jugendliche), Chefarzt Dr. Andreas Fiedle
von Adele SchützProfil

Amberg. (ads) Seit mittlerweile zehn Jahren versorgt das Team aus Kinderärzten und Kinder(-intensiv-)krankenschwestern Familien mit Frühgeborenen. Aber auch Eltern, deren Nachwuchs Schicksalsschläge wie einen schweren Unfall oder eine lebensbedrohliche oder chronische Erkrankung bewältigen müssen, finden laut einer Pressemitteilung hier Halt.

"Wir unterstützen Familien dabei, sich in ihrer veränderten Lebenssituation zurechtzufinden. Diese geht ganz oft mit sozialen, psychischen und finanziellen Belastungen einher", erklärt Lisa Wendl-Reiß. Sie ist Leiterin des Dienstes und Mitbegründer des Projekts, das unter der Schirmherrschaft von Flika steht.

So sanft wie möglich

Ziel sei es dabei, den Übergang zwischen Krankenhaus und Alltag so sanft wie möglich zu gestalten. Dafür kommt das Team der sozialmedizinischen Nachsorge direkt zu den Familien nach Hause - und das bis zu zwölf Wochen lang. In dieser Zeit erhalten die Eltern emotionale, aber vor allem praktische Hilfe: Anstehende Therapien und Arzt-Therapien werden optimal aufeinander abgestimmt, die richtigen Handgriffe bei der Pflege eingeübt und Kontakte zu den Helfern und Leistungserbringern hergestellt. Die Leistungen können vom betreuenden Haus- oder Kinderarzt und den Klinikärzten aus medizinischen Gründen bis zu sechs Wochen nach der Entlassung des Kindes aus dem Krankenhaus oder im Anschluss an eine stationäre Rehabilitation verordnet werden.

Angefangen hat alles im Jahr 2005: als Herzensprojekt der Mitarbeiter des Klinikums, die die Familien in ihrer Not nicht alleine lassen wollte. "Aus dem Ehrenamt wurde 2007 die offizielle sozialmedizinische Nachsorge", weiß Dr. Alexander Schnelke, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche.

Eine Frage des Geldes

"Da die Vergütung durch die Krankenkassen die Kosten und notwendigen Anschaffungen aber bei weitem nicht deckte, hat sich Flika dem Projekt angenommen", wird Vorsitzende Margit Meier zitiert. Durch Spenden und Sponsoring unterstützt ihr Verein die Nachsorgeeinrichtung. Das Klinikum St. Marien stellt Räumlichkeiten, Büroausstattung und die Arbeitskraft und -zeit einzelner Mitarbeiter unentgeltlich zur Verfügung. "Dank dieser Unterstützung können wir garantieren, dass jeder Spenden-Cent den Kindern und ihren Familien zugutekommt", so Schnelke.

225 Familien

225 Familien konnte das Team der sozialmedizinischen Nachsorge dank der Unterstützung von Flika mittlerweile betreuen und hat dabei mehr als 82 000 Kilometer Fahrstrecke zurückgelegt. Abgerundet wird das Angebot seit einiger Zeit durch Harl.e.kin Amberg. Dabei handelt es sich um ein Betreuungsangebot für Familien mit früh- und risikogeborenen Kindern im Übergang von der Kinderklinik nach Hause.

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