17.07.2017 - 16:08 Uhr
Oberpfalz

Zehn Jahre nach Start am Klinikum personelle und strukturelle Änderungen Neurochirurgie jetzt mit Weiden

Vor zehn Jahren hat das Team der Neurochirurgie seine Arbeit als neue Hauptabteilung im Klinikum aufgenommen. Seitdem hat sich laut einer Pressemitteilung aus St. Marien viel getan: Was genau, das erfuhren die Besucher bei einer Feier im Rathaussaal. Bei dieser Gelegenheit wurde Privatdozent Dr. Hischam Bassiouni offiziell in sein Amt eingeführt. Er verstärkt seit Juli als weiterer Chefarzt das Team und baut die Neurochirurgie standortübergreifend in Amberg und Weiden aus.

Sie freuen sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit im Bereich Neurochirurgie: Richard Megele, Hischam Bassiouni (vorne von links), Oberbürgermeister Michael Cerny, Harald Hollnberger (Ärztlicher Direktor des Amberger Klinikums), Josef Götz (Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz), Thomas Egginger (Ärztlicher Direktor des Weidener Klinikums) und Manfred Wendl, Klinikumsvorstand Amberg (dahinter von links). Bild: Mariella Kramer
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Mit gerade einmal 16 Betten war die Klinik für Neurochirurgie am 1. März 2007 gestartet. Heute versorgt die Fachabteilung in Amberg rund 1000 Patienten pro Jahr ambulant und stationär. Ein Mann der ersten Stunde war Privatdozent Dr. Richard Megele. Er baute die neurochirurgische Versorgung in Amberg zunächst im Bundeswehrkrankenhaus auf. Nach dessen Schließung wurde unter seiner Leitung eine Hauptabteilung für Neurochirurgie im Klinikum geschaffen.

Megele: "Im Laufe der letzten zehn Jahre ist es uns gelungen, das gesamte neurochirurgische Spektrum, bis auf die tiefe Hirnstimulation, zu etablieren und auch an internationalen Studien teilzunehmen." Neben seiner Tätigkeit als Chefarzt im Klinikum hatte der Mediziner auch eine Lehrverpflichtung an der Regensburger Universität. Dem Ausbau der Neurochirurgie mit der in Weiden ansässigen Kliniken Nordoberpfalz AG blickte der Spezialist positiv entgegen: "Wir unterliegen einem deutlichen Konkurrenzdruck. Deswegen ist es eine vernünftige Entscheidung, den Ausbau unserer Fachabteilungen gemeinsam mit dem Klinikum Weiden voranzutreiben."

Auch die Klinikumsvorstände von Amberg und Weiden, Manfred Wendl und Josef Götz, betonten in ihren Reden, wie wichtig Kooperationsprojekte in Zukunft seien, um eine wohnortnahe und möglichst umfassende Versorgung der Patienten dauerhaft zu sichern. In den kommenden Monaten werden dafür die Strukturen, Prozesse und Spektren der Kliniken für Neurochirurgie an beiden Standorten aufeinander abgestimmt. "Das soll gemeinsam in einem ärztlichen Team passieren", wird Manfred Wendl zitiert. Dabei gelte es unter anderem, festzulegen, welche Schwerpunkte am jeweiligen Standort gesetzt werden. Besondere Anknüpfungspunkte werde es in Zukunft auch zu Abteilungen wie der Neurologie, der Unfallchirurgie, dem Neuroradiologischen Zentrum und dem Perinatalzentrum geben, sagte Dr. Harald Hollnberger, der Ärztliche Direktor des Amberger Klinikums.

Hischam Bassiouni

Privatdozent Hischam Bassiouni stellte sich persönlich vor. "Für die bayerische Tracht fehlt mir noch der Mut, aber ich möchte mich von Herzen für Ihre Willkommenskultur bedanken", sagte der dreifache Familienvater. Mit Blick auf die Zukunft sind ihm, der neben Deutsch fließend Englisch, Arabisch und Französisch spricht, vier Faktoren wichtig: "Ich habe den Anspruch an eine neurochirurgisch operative Behandlung, die der einer Universitätsklinik in nichts nachsteht. Das bedeutet, Patienten mit einer Bandscheibenerkrankung werden bei uns genauso exzellent behandelt, wie ein Patient mit einem Gehirntumor oder einer Gefäßmissbildung im Gehirn." Besonders wichtig sei ihm auch, dass Patienten komplett umsorgt werden. Dafür sei es enorm wichtig, eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung aufzubauen. Ein weiterer Punkt, der ihm am Herzen liegt, sei die Bereitschaft zur Kommunikation: "Zu den niedergelassen Ärzten ebenso wie zu den Kollegen aus der Pflege und den anderen Disziplinen am Klinikum. Denn nur wenn wir uns als Team begreifen, können wir Patienten bestmöglich umsorgen." Bassiouni hat seine Stelle als Chefarzt für die Neurochirurgie am 1. Juli angetreten. Zuvor war der Spezialist für intrakranielle Chirurgie Leitender Oberarzt am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern. (tk)

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