22.03.2017 - 14:30 Uhr
Oberpfalz

Zwei Fluggeräte bleiben in Baumkrone hängen Drohnen im Blindflug

Die Flugmanöver über der Altstadt gingen ordentlich daneben: Bereits vergangene Woche verfing sich eine Drohne in einem Baum im Stadtgraben. Jetzt sollte ein zweites Fluggerät das erste bergen. Es blieb ebenfalls im Geäst hängen.

In den Räumen der Polizeiinspektion an der Kümmersbrucker Straße warten diese beiden Drohnen im Gesamtwert von etwa 1700 Euro auf ihren Eigentümer. Die kleinere von beiden hatte sich zuerst in der Baumkrone verfangen. Ein paar Tage später rückte der große Bruder mit einem Besenstiel zur Bergung an. Auch dieses Flugmanöver scheiterte. Bild: gf
von Uli Piehler Kontakt Profil

Schließlich musste am Mittwochmorgen die Feuerwehr mit der Drehleiter anrücken, um die havarierten Drohnen aus der Baumkrone zu holen. Die Polizei versucht nun, den Eigentümer der rund 1700 Euro teuren Fluggeräte zu ermitteln. Auf ihn könnte eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz und eine Rechnung für den Bergungseinsatz zukommen.

Besenstiel am Rumpf

Die Vorgeschichte ist etwas länger. Denn bereits am Donnerstag vergangener Woche will ein Zeuge gegen 19 Uhr beobachtet haben, wie sich das kleinere der beiden Propeller-Geräte zwischen den Ästen des Baumes am Kaiser-Wilhelm-Ring verfing. Erst als er am Dienstag, wiederum gegen 19 Uhr, auch die zweite Drohne in den Baum fliegen sah, verständigte er die Polizei. Die Beamten rückten auch gleich an, vertagten die Bergung aber, weil es inzwischen dunkel geworden war.

Am Mittwochmorgen entdeckten sie dann, dass an einem Flugobjekt auch noch ein etwa eineinhalb Meter langer Stecken baumelte. Der metallene Besenstiel sollte offenbar dazu dienen, das zuerst verunglückte Fluggerät vom Baum zu lösen, vermuten die Ermittler. "Da nicht auszuschließen war, dass die Drohnen herunterfallen und jemanden verletzen", beorderten die Beamten gegen 7.30 Uhr die Amberger Feuerwehr zum Stadtgraben.

Mit Hilfe der Drehleiter gelang es den Feuerwehrleuten, die Geräte zu sichern. Sie warten jetzt in den Räumen der Polizeiinspektion an der Kümmersbrucker Straße auf ihren Eigentümer. Gut möglich, dass er sich aufgrund der zu erwartenden Unannehmlichkeiten gar nicht meldet.

Plakettenpflicht kommt

In ganz Deutschland häufen sich die Probleme, die ferngesteuerte Drohnen verursachen. Aus diesem Grund hat das Bundeskabinett im Januar eine "Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten" auf den Weg gebracht. Sie sieht Flugverbote für sensible Bereiche, Kennzeichnungspflichten und zusätzliche Anforderungen für die Nutzer vor. Damit sollen Abstürze, Unfälle und Eingriffe in die Privatsphäre von Bürgern vermieden werden.

Unter anderem sollen alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme mit mehr als 250 Gramm Gewicht künftig mit einer Plakette gekennzeichnet sein, damit bei Schäden schnell der Besitzer festgestellt werden kann. Abgesegnet ist die Verordnung noch nicht. Der Bundesrat hat seine Zustimmung von einigen Änderungen abhängig gemacht.

Drohnen

Drohnen gelten als ferngesteuerte Luftfahrzeuge. Eine Drohne kann im Sinne des Luftverkehrsrecht ein Flugmodell oder ein unbemanntes Luftfahrtsystem sein. Die Abgrenzung ergibt sich aus der Verwendung: Erfolgt der Einsatz des Geräts ausschließlich zur privaten Freizeitgestaltung oder als Sport, handelt es sich um ein Flugmodell. Bei sonstigen - insbesondere gewerblichen - Verwendungen ist das Gerät ein "unbemanntes Luftfahrtsystem".

Die Nutzung von Fluggeräten ist im Luftverkehrsgesetz und in der Luftverkehrsordnung geregelt. Jetzt ist eine zusätzliche Drohnenverordnung in Arbeit. Der Entwurf sieht folgende Eckpunkte vor: Alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einem Gewicht von 250 Gramm müssen gekennzeichnet sein. Für den Betrieb von Drohnen ab zwei Kilogramm Gewicht ist ein Kenntnisnachweis erforderlich, ab fünf Kilogramm und für den Betrieb bei Nacht ist eine Erlaubnis durch das Landesluftfahrtamt erforderlich. (upl)

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