06.09.2017 - 20:26 Uhr
Oberpfalz

Angst vor Sprengungen Freihölser bangen um ihr Dorf

Amberg/Schwandorf. Ein höchst umstrittenes Objekt hat zum 1. September seinen Besitzer gewechselt. Die bisher durch Sprengungen ausgebeutete Sandgrube nahe des Dorfes Freihöls (Gemeinde Fensterbach) ging von der Heidelberger Sand und Kies GmbH aus Mecklenburg-Vorpommern in das Eigentum des Steinerzeuger-Unternehmens Godelmann mit Sitz in dem nicht weit vom nördlichen Grubenrand entfernten Högling (Kreis Schwandorf) über. Nach nahezu regelmäßigen Lockerungssprengungen in dem Tagebaubetrieb hatte es schon vor Jahren Bürger-Proteste gegeben. Sie wurden noch lauter, als Heidelberger Sand und Kies vor fünf Jahren Pläne für eine gigantisch anmutende Erweiterung einreichte. Dadurch sollte die Sandgrube auf das Doppelte ihrer bisherigen Größe (rund 29 Hektar) anwachsen.

von Autor HOUProfil

Das Vorhaben wurde zwar 2016 vom Bergamt Nordbayern genehmigt. Doch die Betreiberfirma konnte nicht die zur Erweiterung notwendigen Grundstücke erwerben. Nun zog sie ab. Neuer Besitzer ist seit Monatsbeginn der Steinerzeuger Godelmann, der für seine Produktion bisher rund 70 Prozent der geförderten Sandmenge brauchte.

Juniorchef Bernd Godelmann informierte über den für viele völlig unerwarteten Besitzerwechsel. Er will nun nach eigenen Angaben versuchen, sich in den Besitz der zur Erweiterung benötigten Areale zu bringen. "Wir prüfen auch intensiv, ob andere Abbaumethoden wie die durch Sprengungen angewendet werden können", unterstrich Godelmann. Dabei war er sich bewusst, dass beim künftigen Sprengbetrieb der Protest aus dem benachbarten Ort Freihöls nicht verstummen wird.

Der Fensterbacher Bürgermeister Christian Ziegler (Unabhängige Wähler) äußerte unterdessen, dass Godelmann ein zuverlässiger Wirtschaftspartner sei. "Ich hoffe sehr darauf, dass die Bürger von Freihöls in der Zukunft nicht mehr unter Sprengungserschütterungen zu leiden haben", fügte Ziegler hinzu.

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