Auch in dieser Woche wieder verkürzte Öffnungszeiten an den Schaltern am Bahnhof
Post sendet erneut Ärger aus

Kurz vorm Zusperren der Postbankfiliale am Bahnhof gestern stand noch eine mittelgroße Schlange vor den Schaltern, die auch abgearbeitet wurde. Hinten links im Bild trägt der Mitarbeiter am Tresen Mantel und Schal - nicht, weil er auf dem Sprung in den Feierabend ist, sondern weil die automatische Eingangstür derzeit streikt und Kälte hereinlässt. Bilder: Steinbacher (2)
 
"Meine Erfüllt-Wünsche-Bank" steht auf einem Werbeplakat der Postbank an der Eingangstür. Dass das für viele Kunden derzeit allenfalls eingeschränkt gilt, verrät der weiße Zettel oben drüber. Er weist auf die verkürzten Öffnungszeiten hin.

Schon kurz vor Weihnachten ging die Post ab: Bei vielen Kunden, die sich darüber ärgerten, dass die Filiale der Postbank am Bahnhof ausgerechnet in dieser wichtigen und buchstäblich sendungsreichen Zeit ihre Öffnungszeiten verkürzte. Wer geglaubt hat, dass dieser Spuk nach dem Christfest vorbei ist, sieht sich getäuscht.

Auch in dieser Woche sperrt die "Hauptpost" am Kaiser-Ludwig-Ring, wie sie im Volksmund heißt, im Grunde nur am Vormittag auf. Seit Montag bis einschließlich heute ist sie lediglich von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet - am Nachmittag beziehungsweise durchgehend, wie sonst, gar nicht. Lediglich der Samstag nach dem Feiertag Heilige Drei Könige bleibt unverändert (8.30 bis 12 Uhr).

Ein Hinweiszettel an den Eingangstüren sowie kopierte Flyer zum Mitnehmen in der Filiale machen auf diese "eingeschränkten Öffnungszeiten" aufmerksam. "Aus betrieblichen Gründen können wir Ihnen von 2. bis 7.1.2017 unseren Service nicht in gewohntem Umfang zur Verfügung stellen", heißt es darauf zur Erläuterung.

Krankheit bremst Filiale aus

Hinter dieser Formulierung steckt dieselbe Ursache, die schon vor Weihnachten für reduzierte Zeiten gesorgt hatte. Das bestätigte die Pressestelle der Postbank in Bonn, die von einer "personell angespannten Situation" wegen "Ausfällen" einiger Mitarbeiter sprach. Ein Grund seien Krankmeldungen. Außerdem habe man ein technisches Problem in Amberg mit einer derzeit nicht schließenden automatischen Eingangstür, die für frische Temperaturen im Schalter- und Vorraum sorge. Das sei jedoch nicht Ursache für die Krankheitsfälle, hieß es aus Bonn.

Die Beschwerden über den eingeschränkten Betrieb erreichten auch OB Michael Cerny. Er hat nun an den Vorstandsvorsitzenden der Postbank AG, Frank Strauß, geschrieben und bittet darum, diese Maßnahme zu überdenken. "Als Oberbürgermeister der Stadt möchte ich Sie auf eine Situation hinweisen, die uns in Amberg mit den Öffnungszeiten der Hauptpost ... erneut Probleme bereitet hat", beginnt Cerny seinen Brief und bestätigt, dass ihn viele Bürger auf dieses Problem angesprochen hätten, die "ausgerechnet kurz vor Weihnachten mit ihren Paketen vor verschlossenen Türen standen". Dies habe "erneut zur Verärgerung der Kunden geführt", nachdem es bereits Ende September personalbedingte Schließungen gegeben habe.

Der OB äußert in seinem Schreiben die Befürchtung, "dass die Versorgung mit Post-Dienstleistungen hier auch in Zukunft nicht im notwendigen Umfang gewährleistet werden kann". Dabei zeigten die Rückmeldungen der Bürger gerade, "wie wichtig die ausreichende und wohnortnahe Grundversorgung mit Post-Dienstleistungen ist".

OB fordert zum Handeln auf

"Ich möchte Sie daher bitten, die Situation in der Amberger Postbankfiliale zu prüfen und die Post-Dienstleistungen wieder im gewohnten Umfang zur Verfügung zu stellen", adressiert Michael Cerny die Bürger-Kritik an Strauß und hofft auf dessen Unterstützung.

HintergrundBei den Bürgern ist die Niederlassung am Bahnhof immer noch "die Post". Tatsächlich betreibt der gelbe Riese aber keine eigenen Filialen mehr. Die Dienstleistungen werden durch die Mitarbeiter des Kooperationspartners Postbank erledigt. Das bedeutet aber auch: Ohne Postbank ist hier kein Abholen oder Aufgeben von Sendungen möglich. Letzteres gewährleisten jedoch andere Annahmestellen, die auch in Amberg in verschiedenen Stadtteilen meist in Geschäften mit integriert sind. Auch das Abholen von Paketen ist im Grunde an Paketautomaten möglich, vorausgesetzt, sie wurden vom Zusteller dort deponiert. Diese Stationen betreut der Post-Partner DHL. (ath)
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