18.07.2017 - 14:10 Uhr
Oberpfalz

Ausbilungsmesse der Wirtschaftsjunioren Karriere machen wie Hanal aus Somalia

Von Jahr zu Jahr attraktiver für Betriebe, Verbände, Berufsfachschulen und Behörden wird die Ausbildungsmesse der Wirtschaftsjunioren. Das zeigte sich am Dienstag bei der Neuauflage im ACC. Insgesamt wurden den rund 1200 Schülern über 150 Berufe und duale Studiengänge vorgestellt.

Ein breites Ausbildungsspektrum hat die Firma Grammer zu bieten. Junge Mitarbeiter standen für Fragen der Besucher Rede und Antwort. Etwas enttäuscht zeigte sich Johann Schmalzl (IHK) vom geringen Interesse der Schülereltern, die ebenfalls mit eingeladen worden waren. Deshalb gibt es Überlegungen, die Ausbildungsmesse ans Wochenende zu verlegen.
von Autor USCProfil

Amberg. (usc) Mit den umfangreichen Berufsinformationen wollen die Wirtschaftsjunioren den Achtklässlern der Mittelschulen, den 9. Jahrgangsstufen der Real- und Wirtschaftsschulen sowie Gymnasiasten aus den 11. Klassen die wichtige Entscheidung für das spätere Berufsleben erleichtern. Von den eingeladenen Schulen fehlten lediglich zwei. Nach Beobachtungen von Johann Schmalzl, dem Leiter der IHK-Geschäftsstelle, war der Zuspruch heuer noch größer als in den Vorjahren. Dass die Ausbildungsmesse eine gute Plattform für die Betriebe darstellt, sprach sich in der Vergangenheit herum. Und so präsentierten sich heuer weitere Firmen und Behörden.

Geladen waren auch 150 junge Asylbewerber und Flüchtlinge. Sie fanden am Stand der Firma Baumann und der Amberger Kaolinwerke fertig ausgebildete Landsleute vor. So erklärte der aus Somalia geflüchtete Hanal Djama Hassan das Berufsfeld eines Elektronikers der Fachrichtung Betriebstechnik. Hassan hat in Deutschland nicht nur die Mittlere Reife nachgemacht, sondern bei den AKW mittlerweile auch einen guten Berufsabschluss erworben.

Insgesamt 42 Aussteller boten den jungen Leuten Workshops an, in denen die jeweiligen Berufsfelder ausführlich erläutert wurden. So präsentierte der Ärzteverbund Oberpfalz Mitte beispielsweise verschiedene Tätigkeiten der Medizinischen Fachangestellten. Vornehmlich junge Frauen zeigten dafür Interesse. Sie durften die Blutabnahme an einer Puppe ebenso ausprobieren wie Pipettieren und Blutdruckmessen. Ausbildungsbetreuer Dr. Tobias Riedl hatte dazu auch einen Testbogen vorbereitet, der auf die persönlichen Anforderungen der möglichen neuen Azubis zugeschnitten war.

Da es schlichtweg nicht möglich war, im ACC alle derzeit anerkannten 350 Ausbildungsfelder vorzustellen, war auch die Berufsberatung der Arbeitsagentur mit einem Informationsstand vertreten. Die Wirtschaftsjunioren hatten bewusst auch angehende Abiturienten angeschrieben, um ihnen die Möglichkeit dualer Studiengänge bei hiesigen Firmen aufzuzeigen. Dazu gehören unter anderem die Sparkasse, Baumann, Grammer, Herding, Siemens und Lidl, aber auch Baubetriebe, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit dem Maschinen- und Betriebshilfsring, das Finanzamt und die Arbeitsvermittlung. Diese Ausbildung ist nach Auffassung von Johann Schmalzl für Absolventen des Gymnasiums und der Fachoberschule insofern interessant, als der Arbeitgeber mit der Ausbildungsvergütung das Studium mitzufinanzieren hilft.

Finanziell noch besser gestellt sind junge Männer und Frauen der Offizierslaufbahn, die als Soldaten an einer Bundeswehrhochschule studieren können. Die Laufbahnberater der Bundeswehr erläuterten aber auch die Möglichkeiten der Ausbildung für Soldaten in der Feldwebellaufbahn. Immer dicht belagert war auch der Infostand der Polizei. Gute Zukunftsperspektiven stellte unter anderem die Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe der gemeinnützigen Berufsbildungseinrichtung ISE in Amberg vor.

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