13.11.2017 - 11:56 Uhr
Oberpfalz

Automobilzulieferer beklagt noch immer fehlende Neuaufträge Grammer steigert Umsatz

Der Amberger Automobilzulieferer Grammer hat den Konzernumsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 5,8 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro gesteigert. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Die Sitzproduktion im Grammer-Werk Haselmühl. Bild Petra Hartl
von Julian Trager Kontakt Profil

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt wegen negativer Währungseinflüsse und Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der Abwehr des beabsichtigten Kontrollwechsel der Hastor-Investorenfirma Cascade mit 45,8 Millionen Euro knapp weniger als im Vorjahreszeitraum (49,5 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern liegt mit 25,7 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (25,5 Millionen Euro). Lässt man die Sonderbelastungen außen vor, werde die verbesserte Profitabilität sichtbar. Das operative Ebit stieg auf 58,6 Millionen Euro. Das sind 23,4 Prozent mehr als im Vorjahr (47,5 Millionen Euro).

"Die außergewöhnlichen Herausforderungen im laufenden Geschäftsjahr haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Bravour gemeistert und wir konnten wichtige strategische und operative Erfolge erzielen", wurde Vorstand Hartmut Müller in der Mitteilung zitiert. "Allerdings waren die Auftragseingänge für neue Projekte auch im dritten Quartal nicht zufriedenstellend und dies hat im operativen Ergebnis Spuren hinterlassen."

Laut Mitteilung hielt die Zurückhaltung einzelner Premiumhersteller bei der Vergabe von Neuaufträgen auch im dritten Quartal an. Nach Einschätzung von Grammer noch immer eine Reaktion auf die geplante, aber letztendlich vereitelte, Kontrollübernahme - und auf die veränderte Aktionärsstruktur. Der chinesische Großaktionär Ningbo Jifeng erhöhte vor kurzem seine Beteiligung auf 25,51 Prozent. Er ist damit der größte Aktionär des Unternehmens.

Trotz der fehlenden Neu- und Folgeaufträge erwartet Grammer für das Geschäftsjahr 2017 ein weiterhin sehr positives Ebit, das über dem Vorjahresniveau liegt. Allerdings wird das operative Ebit die angestrebte Gesamtjahresrendite von rund 5 Prozent verfehlen (4,0 Prozent). Der Automobilzulieferer setzt weiter auf Verlässlichkeit und Kontinuität. Auch personell: Die Verträge der Vorstandmitglieder Gérad Cordonnier und Manfred Pretscher wurden um drei Jahre verlängert.

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