19.12.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Baumann Automation in Amberg entwickelt Schlüsseltechnologie Autonome Fahrt in die Zukunft

Futuristische Architektur als unternehmerisches Spiegelbild: Ein Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Autoindustrie liegt in der Oberpfalz. E-Mobilität, autonomes Fahren, leistungsfähige Batteriespeicher, Hybrid-Technologie oder raffinierte Greifarme für Roboter sind eine Kernkompetenz von Baumann Automation.

"An der E-Mobilität geht kein Weg vorbei", sagt Karl Ebnet, seit einem Jahr Geschäftsführer von Baumann Automation.
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Vor allem die USA und China scheinen Auto-Deutschland bei der E-Mobilität abzuhängen. Der Geschäftsführer des im Amberger Industriegebiet Nord beheimateten Unternehmens (90 Millionen Euro Jahresumsatz und 540 Beschäftigte), Karl Ebnet, ist "absolut optimistisch" gestimmt: "Keine andere Nation der Welt verfügt im Automobilbau über ein solches Know-how. Die deutschen Hersteller geben mit aller Power Vollgas, um die Zukunftsthemen innovativ und mit höchster Qualität auf die Straße zu bringen." Geschäftsführer Ebnet weiß, wovon er spricht ...

Baumann Automation entwickelt letztendlich das komplette Equipment für die Fertigungsanlagen der Zukunft. Mehr als 140 hochqualifizierte Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung - Techniker und Ingenieure - tüfteln sowohl die Hardware, als auch die Software aus für eine automatisierte, effiziente, prozessoptimierte Produktion - quasi "maßgeschneidert" für die anspruchsvollen Kunden: für Elektro-Hochleitstungszellen ebenso wie für ausgeklügelte Assistenzsysteme, für die "Greifer-Technologie" von Robotern oder der komplexen Verbindung von Sensoren und Automatikgetriebe für das autonome Fahren.

Hohe Auslastung

Mehr Einzelheiten lässt sich Ebnet nicht entlocken. In den Hallen von Baumann Automation besteht (von wenigen Ausnahmen abgesehen) strenges Fotografierverbot. Der Schutz vor Werksspionage, die IT-Sicherheit, ist ein "ernstes Thema" und deshalb direkt bei der Geschäftsführung angesiedelt.

Als der in Tännesberg (Kreis Neustadt/WN) gebürtige Ebnet 1996 zu Baumann stieß, zählte die Firma 60 Beschäftigte. Allein seit 2010 hat sich die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt. Jedes Jahr legt der Umsatz um durchschnittlich zehn Prozent zu; im Fünf-Jahres-Turnus folgten die Erweiterungsbauten auf heute etwa 20 000 Quadratmeter Nutzfläche.

Familien-Unternehmen

"Unser Ziel heißt aber nicht Wachstum, sondern Stabilität." In den "optimierten Arbeitsabläufen" und der "Flächen-Effizienz" der vier Montagehallen sieht Ebnet auch einen Teil der Wettbewerbsfähigkeit: "Das ist ein Vorteil gegenüber Billiglohnländern. Die Lohnkosten spielen sicherlich eine gewisse Rolle, unsere gut ausgebildeten Leute denken allerdings mit - und Hochtechnologie kann man nicht einfach kopieren."

Der 1984 von dem genialen Ingenieur Dr. Georg Baumann gegründete Sondermaschinenbauer versteht sich auch heute noch als Familienunternehmen. Es erfolgen dem Vernehmen kaum Gewinn-Entnahmen, so dass die Unternehmensgruppe weitgehend Banken-unabhängig operieren kann.

Beim Einbruch der Photovoltaik-Industrie 2010 verlor die Firma Baumann nahezu ein Drittel des Umsatzes, konnte aber die herbe Delle mit Automotiv wieder ausgleichen. Ebnet: "Die Familie Baumann gab uns Zeit, uns neu zu positionieren. Das unterscheidet uns von einem Konzern, der die Mitarbeiter sofort entlassen hätte."

Es macht den Unterschied, ob ein Konzern bei den Beschäftigten nur nach Excel-Tabellen entscheidet, oder ein Familienunternehmer seine Mitarbeiter persönlich kennt.Karl Ebnet, Geschäftsführer Baumann Automation, Amberg

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