23.06.2017 - 15:52 Uhr
Oberpfalz

Bayernweiter Kongress des Fachverbandes Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik Hoch aufs Handwerk

Kein gutes Haar ließ Landesinnungsmeister Michael Hilpert an selbst ernannten Konjunktur-Forschern, Hinterbänklern der Handwerkskammern oder Ministerialbeamten, die dem Handwerk vorwerfen, es mangle am Vorhalt der Kapazitäten.

Stadtpfeifer und Stadtwache geleiteten den Festzug zum Stadttheater. Die Fachtagung bot Referate zu Betriebsübergabe, Arbeitsrecht, außerdem Vorträge über Wärmedämmung und Verarbeitung von Holzwerkstoffen.
von Autor GFRProfil

Amberg. (gfr) Der Fachverband Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik hält seit Donnerstag seinen 7. Bayerischen Kongress im ACC ab, zu dem gut 400 Handwerksmeister aus den etwa 24000 Mitgliedsbetrieben gekommen waren. Vor Ort verantwortlich waren die Innungen Amberg-Sulzbach und Schwandorf, somit ihre Innungsobermeister Harald Köhler und Michael Zinnbauer. Eröffnet wurde das Treffen mit einem Festzug vom ACC zum Stadttheater, voran die Stadtpfeifer und die Stadtwache.

Handwerk und Oberpfalz - für den Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Schwarz gehört das untrennbar zusammen. Für die Betriebe sei die Gewinnung von Nachwuchskräften von größter Bedeutung, besonders in Zeiten eines demografischen Wandels.

Ein Kongress dieser Größenordnung sehe er als Werbung für seine Stadt an, sagte Oberbürgermeister Michael Cerny. Das Handwerk habe Amberg schon vor Jahrhunderten wirtschaftlichen Erfolg gebracht.

Warum eine ausgezeichnete Konjunkturlage auch negativ betrachtet werden kann, fragte sich Landesinnungsmeister Michael Hilpert. Das ständige Hochjubeln der Konjunktur und positive Prognosen würden selbst ernannte Konjunkturforscher dazu auffordern, ihren Senf mit beizutragen. Vorwürfe gebe es gegen das Handwerk, das mit Kapazitätsengpässen kämpfe, überteuert sei und seine Kunden nerve. Den Vogel haue es ihm raus, wenn sich "im Bundesdorf" Berlin Politiker darin gefallen, dem Handwerk die Schuld zuzuschieben, wenn der Großflughafen nicht eröffnet werden könne oder wenn die Energiewende scheitere. Leicht Scheitern könne nur, was überstürzt, halbherzig verfolgt und hundsmiserabel gemanagt werde.

Das Handwerk habe sein Personal im Griff und sei nicht die Baustelle des Berliner Flughafens, wo 300 Ausführungskontrolleure die knapp 800 Handwerker überwachen. "Diesen Irrsinn" lenken etwa 70 Bausteuerer, die ihrerseits von einem 20-köpfigen Aufsichtsrat kontrolliert werden. Der Rest seien Politiker und Quoten-Köpfe, die gerade einmal wissen, wie man in ein Flugzeug einsteige.

Ein Mega-Thema sei die Digitalisierung, sagte der Landesinnungsmeister, sie ziehe sich vom Angebot bis hin zu Kundennachbetreuung. Nicht ausschließen kann Hilpert, dass auch Kriminelle in den über das Internet vernetzten Betrieben Schaden anrichten können.

Die besten Sprüche von Norbert Neugirg

Windige Verkaufstalente seien heute zusammengekommen, sagte Norbert Neugirg von der Altneihauser Feierwehrkapell'n, und die würden nicht zaudern, der Menschheit Zeug aufzuplaudern oder im Sommer Heizgeräte anzudrehen, die im Sommer niemand brauche.

Der Kongress diskutiere an ultraheißen Sommertagen deplatzierte Fragen, die bei der aktuellen Hitze niemand interessierten. Bayerns Kloschüssel- und Siphon-Zunft tage in Amberg, mit dabei die Pissbeckendurchleuchter, Abortmonteure, Wasserhahnhausierer und Erzeuger heißer Luft. Der Schwandorfer Innungsobermeister Michael Zinnbauer habe den Kongress mit organisiert. Und der sei grundsätzlich längst schon fertig, bevor Landesinnungsmeister Michael Hilpert über eine Idee nachdenke. Aber bekanntlich dauere bei den Franken ein Gedankengang von Natur aus lang.

Den Arnold Pöppl aus Schwandorf bezeichnete Neugirg als Oberpfalz-Brad-Pitt und für seine Frisur brauche er Drei-Wetter-Taft gemischt mit Rohrfrei. Die Buh-Rufe aus der Frankenecke seien Musik für seine Ohren, sagte der Kommandant, denn Franken seien den Oberpfälzern so zugetan wie dem Erdogan die Ziegen. Und: Harald Köhler sei ein Legionellen-Wanderprediger.

Auch MdL Reinhold Strobel bekam sein Fett weg, habe der doch draußen zehn Euro geboten, wenn er erwähnt werde. So habe er sich nicht bestechen lassen, aber der Fünfziger habe schnell die Seiten gewechselt. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schwarz habe seinen Doktortitel wohl beim Schafkopfspielen erworben. So richtig schön falsch spielte die Altneihauser Feierwehrapell'n auf und machte Selfies. (gfr)

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