20.02.2018 - 19:08 Uhr

Ergebnis sackt im vergangenen Jahr um 11 Prozent ab Autozulieferer Grammer leidet unter Eigentümerstreit

Der Streit um das Sagen beim Autozulieferer Grammer hat in der Jahresbilanz deutliche Spuren hinterlassen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sackte im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf rund 65 Millionen Euro ab.

Archivbild: Petra Hartl
von Redaktion OnetzProfil

(dpa/esa) Grammer hatte wegen der Querelen um die Einflussnahme der Investorenfamilie Hastor bereits mehrfach auf hohe Sonderkosten und eine Zurückhaltung der Kunden verwiesen. Hastor war bei Grammer eingestiegen und wollte die Macht übernehmen, was bei der Hauptversammlung im Mai gescheitert war.

Im Oktober hatte das Management um Hartmut Müller die Prognose gesenkt, weil ein gewichtiger Folgeauftrag wegfiel und das Unternehmen, das im SDax notiert ist, 10 Millionen Euro an Sonderkosten verbuchte. Die um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite (Ebit) stieg den Angaben zufolge jedoch von 4 auf 4,5 Prozent, wie Grammer am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen in Amberg mitteilte.

Beim Umsatz konnte Grammer vom Aufschwung bei Nutzfahrzeugen profitieren. Grammer fertigt unter anderem Mittelkonsolen, Arm- und Kopfstützen für Pkw und baut zudem Sitze für Nutzfahrzeuge. Der Umsatz insgesamt kletterte um 5 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,69 Milliarden Euro. Der Umsatz im Segment Commercial Vehicles stieg dabei deutlich um 14 Prozent auf rund 540 Millionen Euro (Vorjahr 474 Millionen Euro). Das Segment Automotive verzeichnete nach hohen Wachstumsraten in den Vorjahren ein erwartungsgemäß leichtes Wachstum von knapp 2 Prozent auf rund 1,29 Milliarden Euro (Vorjahr 1,27 Milliarden Euro). Diese Sparte konnte 2017 vor allem in China und Nordamerika seine Marktposition weiter ausbauen.

Mit der deutlichen Steigerung des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (operatives Ebit) hat Grammer seine "Strategie zur Verbesserung der Profitabilität auch 2017 trotz schwieriger Rahmenbedingungen eindrucksvoll umgesetzt", heißt es in der Pressemitteilung. Das operative Ebit stieg um über 17 Prozent auf rund 80 Millionen Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert (Vorjahr 68,1 Millionen Euro). Die operative Ebit-Rendite lag mit 4,5 Prozent ebenfalls über dem Vorjahr (4,0 Prozent) und übertraf auch die im Oktober 2017 veröffentlichte Gesamtjahresprognose.

"Die starke Position des chinesischen Partners Ningbo Jifeng hat zu einer nachhaltigen Stabilisierung in der Aktionärsstruktur der Grammer AG geführt, so dass eine unfreundliche Einflussnahme bzw. Kontrollübernahme zukünftig nahezu ausgeschlossen werden kann", teilte das Unternehmen weiter mit. Jedoch könnten Einflüsse im Ergebnis sowie in der Vergabe von Neuaufträgen im Zusammenhang mit der Aktionärsstruktur der Grammer AG noch nicht ausgeschlossen werden. Den kompletten Jahresbericht legt Grammer am 21. März vor. 2018 sollen Erlös und bereinigte Rendite zulegen.

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