Erwerbslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Amberg schrumpft weiter
Quote sinkt auf 3,3 Prozent

"Frei" ist nicht nur die Zufahrt zum Parkhaus, dessen Schild hier an der Jahnstraße vor dem Gebäude der Agentur für Arbeit steht. Auch der Stellenmarkt bietet zurzeit viele freie Plätze, vor allem für Auszubildende im Handwerk und im Dienstleistungsbereich. Bild: Steinbacher

Die Erwerbslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Amberg sinkt weiter. Die Quote schrumpfte im Juni noch einmal um 0,2 auf nun 3,3 Prozent.

Rund 1890 Menschen waren im vergangenen Monat arbeitslos gemeldet, teilte die Agentur am Freitag in ihrem regelmäßigen Bericht mit. Das sind 100 oder 4,9 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Juni 2016 ging die Erwerbslosigkeit um etwa 210 Leute bzw. 9,8 Prozent zurück. Damals lag die Quote bei 3,7 Prozent.

Im Laufe des Berichtsmonats meldeten sich laut Agentur rund 510 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 20 oder 4,1 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Demgegenüber konnten nach ihrer Auskunft etwa 620 Betroffene die Arbeitslosigkeit beenden, zehn Personen bzw. 1,6 Prozent mehr als im Juni 2016.

"Der dynamische Arbeitsmarkt mit einem zusätzlichen Bedarf an Arbeitskräften spiegelt die günstige wirtschaftliche Entwicklung in der Region Amberg wieder. Dazu tragen insgesamt gesehen alle Branchen bei", erläutert Manfred Tröppl, Geschäftsstellenleiter der Amberger Agentur. Zugpferde sind nach seinen Worten das Bauhaupt- und -nebengewerbe, das Metall- und Elektrohandwerk sowie die Logistikbranche.

Im gewerblichen Bereich seien Facharbeiter seit langem Mangelware. Zwischenzeitlich würden auch berufserfahrene, mobile und flexible Hilfskräfte immer rarer. Deshalb rät Tröppl vor allem jungen ungelernten Arbeitssuchenden, sich über eine Ausbildung bzw. Umschulung oder die kürzere Teilqualifizierung beraten zu lassen. Die Fördermöglichkeiten der Agentur im Bereich Weiterbildung seien sehr gut. Im Übrigen seien bereits eine Teilqualifizierung und erst recht ein Berufsabschluss die "beste langfristige Versicherung" für eine dauerhafte Beschäftigung bzw. Integration in den Arbeitsmarkt.

Laut Tröppl belebte sich die Nachfrage der Betriebe nach Kräften weiter. Firmen und Verwaltungen meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und des Jobcenters im ersten Halbjahr rund 1580 sozialversicherungspflichtige Stellen neu zur Besetzung, um rund 350 Angebote bzw. 28 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres.

Ausbildungsstellen warten auf InteressentenLaut Arbeitsagentur wird es derzeit immer schwieriger, die gemeldeten Ausbildungsstellen zu besetzen. Dies gelte vor allem im Handwerk, in den Branchen Heizungsbau, Spengler, Sanitär, Metallbau, Zimmerer und Maler sowie beim Bau- und Baunebengewerbe. Aber auch im Dienstleistungsbereich, beispielsweise im Hotel- und Gaststättengewerbe, könnten nicht mehr alle angebotenen Lehrstellen besetzt werden.

Dabei spricht laut Agenturchef Tröppl sehr viel dafür, eine Ausbildung in den Dienstleistungsbranchen oder im Handwerk zu beginnen. Diese Berufe ermöglichten, "Kopf und Hand miteinander zu verbinden" und man könne die Ergebnisse seiner Arbeit anfassen und mit Kunden ins Gespräch kommen. Das ist nach Tröppl Worten für viele am Ende interessanter, als nur am Fließband zu arbeiten oder vor dem Computer zu sitzen.
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