Geschäftsstelle in Amberg bald Vergangenheit
Knappschaft schließt Pforten

Ende nächster Woche ist Schluss: Die Knappschaft schließt ihre Geschäftsstelle in der Herrnstraße. Die 14 Mitarbeiter verbleiben in Amberg und übernehmen andere Aufgaben im Servicebereich. Bild: Petra Hartl

Seit kurz vor Weihnachten wissen rund 21 000 Kunden in der Region, dass die Knappschaft ihre Geschäftsstelle in der Amberger Herrnstraße zum 22. Januar schließen wird. Zugleich gibt es fortan den Sprechtag in Weiherhammer nicht mehr.

Die Informationsbriefe an die Kunden gingen ab Mitte Dezember hinaus. Nach den Feiertagen meldete sich nun das Pressereferat der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See aus Bochum, um die an sie gerichteten Fragen unserer Redaktion zu beantworten. Sprecherin Sandra Piehl bestätigt darin zunächst die zum 22. Januar beabsichtigte Schließung der Geschäftsstelle. Auch der regelmäßige Sprechtag falle weg. Betroffen sei allerdings nicht nur Amberg.

Zur Begründung führte Piehl an: "Aufgrund der kontinuierlich geringer werdenden Nachfrage haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. Wir haben festgestellt, dass sich die Kundenwünsche hinsichtlich der Kontaktaufnahme mit ihrer Krankenkasse verändert haben und die Beratung per Internet oder per Telefon im Fokus steht. Daher wird die Knappschaft in Zukunft noch individueller auf die unterschiedlichen Kommunikationsbedürfnisse (...) eingehen."

Dazu seien Online-Service und die telefonische Beratung durch zusätzliches Personal und erweiterte Zeiten der Erreichbarkeit weiter ausgebaut worden. Rund 250 Kranken- und Pflegeversicherungsexperten stünden im Service-Center für telefonische Beratung jeden Werktag von 8 bis 19 Uhr zur Verfügung. "Wir erzielen eine Erreichbarkeitsquote von über 83 Prozent und liegen damit deutlich über dem Wert vergleichbarer Arbeitseinheiten. In diese Richtung werden wir weiter investieren", sagt die Sprecherin weiter. Demnächst werde es den Ausbau auf eine telefonische 24-Stunden-Erreichbarkeit die gesamte Woche über geben.

Telefon und Internet

Auch den Online-Service habe die Knappschaft im Sinne ihrer Kunden erweitert. Der Internetauftritt sei 2017 komplett überarbeitet und kundenfreundlich gestaltet worden. Zusätzlich werde eine Online-Geschäftsstelle mit zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten angeboten, die fortlaufend vergrößert würden.

Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Die 14 in Amberg in Voll- und Teilzeit tätigen Mitarbeiter würden nach der Schließung andere Aufgaben im Servicebereich übernehmen. Sie alle könnten in Amberg verbleiben. Von der Geschäftsstelle in der Herrnstraße seien rund 21 000 Kunden betreut worden.

Viele Rentner betroffen

Einer davon, ein Leser unserer Zeitung, hat sich in einem Brief über den bevorstehenden Schritt beklagt. Er spricht von einem "unsozialen Vorgang". Betroffen davon seien überwiegend ältere Mitglieder aus den Eisenerzgruben Amberg, Sulzbach und Auerbach sowie die frühere Belegschaft der Luitpoldhütte. Diese seien heute fast alle Rentner mit bis zu 90 Jahren. Das stelle sich für ihn problematisch dar, weil per Telefon und Service-Center schwierige Fragen zu Gesundheit, Arzneimitteln, alternativer Medizin, Genehmigungen aller Art und Ausfüllen von Formularen mit fremden Menschen aus der Ferne gelöst werden müssten.

Abschließend fordert der Leser alle Mandatsträger in Bund, Land und Landkreis auf, sich für den Erhalt der Geschäftsstelle in Amberg stark zu machen. Schließlich hätten alle vergleichbaren Krankenkassen und auch kleinere Versicherer Büros in Amberg, Sulzbach und weiteren Gemeinden. Im Schlusssatz des Schreibens heißt es: "Oder will die traditionelle Knappschaft ihren Mitgliedern nur mehr eine Online-Versicherung zu gleichen Preisen sein?"
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