23.05.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Grammer AG: Hauptversammlung im ACC - Aktienkurs der Entwicklung der Firma weiter hinterher Grammer ist einfach zu "billig"

Die Grammer AG steht hervorragend da, doch die Aktie bildet diesen Erfolg nicht ab. Es ist beinahe jedes Jahr das gleiche Fazit, das die Teilnehmer auf der ordentlichen Hauptversammlung der Aktiengesellschaft zu ziehen haben. Eine Entwicklung, die dem Unternehmen gefährlich werden könnte, so der ehemalige Vorstandsvorsitzende Dr. Rolf-Dieter Kempis.

Abschied von Alois Ponnath (links). Nach 21 Jahren bei Grammer und elf Jahren als Finanzvorstand nimmt er zum 30. Juni seinen Hut. Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klaus Probst verabschiedete ihn mit Blumen. Bild: Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Kempis, der Grammer zwischen 2007 und 2010 und damit in der größten Krise der jüngeren Firmengeschichte auf einem sicheren Kurs gehalten hatte, forderte in einem Antrag zur Hauptversammlung, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten (wir berichteten). Letztendlich vergeblich, die rund 44 Prozent anwesenden Aktienstimmen im ACC erteilten die Entlastung mit der erforderlichen Mehrheit, wie Dr. Klaus Probst, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, am Ende verkündete.

Aktienkurs zu niedrig

Dr. Kempis hatte mit seinem Vorstoß auf eine seiner Sicht nach sehr große Gefahr hinweisen wollen: Grammer ist zu wenig "wert". Beim derzeitigen Aktienkurs (rund 14,50 Euro) sei das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden mit gerade einmal 170 Millionen Euro bewertet. Geradezu ein Schnäppchen für einen potenziellen Interessenten. "Wundern Sie sich nicht, wenn Sie morgen eine feindliche Übernahme auf dem Tisch haben", sagte Kempis, der eine solche 2008 gerade noch mal abwehren konnte.Und dann sei 2011 auch noch eine Kapitalerhöhung vorgenommen und damit die Konzernkasse prall gefüllt worden. "Sie locken die Heuschrecken auch noch an", so Kempis, der diese Kapitalerhöhung für einen großen Fehler hält.

Abschied des Finanzvorstands

Ansonsten hielt sich die Kritik am Geschäftsbericht, den Vorstandsvorsitzender Hartmut Müller vorgelegt hatte, in Grenzen. Etwas wehmütig stimmte die Aktionäre der bevorstehende Abschied von Finanzvorstand Alois Ponnath, der nach 21 Jahren Grammer - elf davon im Vorstand - nach neuen Herausforderungen sucht. Wohin Ponnath geht und wer bei Grammer sein Nachfolger wird, ist nicht bekannt. "Wir sind bei der Nachfolge derzeit mitten im Findungsprozess", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klaus Probst auf Nachfrage eines Aktionärs. Ponnath, so übrigens ein weiterer Vorwurf von Dr. Kempis (er hält noch rund 44 000 Aktien), sei das einzige Mitglied des Vorstands und Aufsichtsrats, welches Grammer-Aktien besitze.

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