05.04.2008 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Grammer AG: Verlust von Arbeitsplätzen droht am Standort Immenstetten - Vorstand spricht von ... Bei Grammer rumort es wegen Immenstetten

Dicke Luft bei der Grammer AG: Seit vergangenem Dienstag rumort es in den Amberger Niederlassungen. Nach einer Betriebsversammlung mit weit über 1000 Beschäftigten geht die Angst um, der Standort Immenstetten könnte seitens der Unternehmensleitung auf der Abschussliste stehen. Die Sorgen bestehen nicht zu Unrecht, zieht man die Konzern-Ankündigung von Ende Februar in Betracht, weltweit 780 Stellen zu streichen. Dass die Lage ernst ist, daran ließ Vorstandsvorsitzender Dr. Rolf-Dieter Kempis am Freitag auf AZ-Nachfrage keine Zweifel: "Wir müssen versuchen, uns in Immenstetten kostenmäßig dem anzupassen, was sich aus dem Kundendruck ergibt."

von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Im Klartext bedeutet dies zunächst, dass sich das Unternehmen entschieden hat, die für Immenstetten vorgesehene Kunststoffspritzerei mit zusätzlich zwölf Arbeitsplätzen dort nicht zu installieren, sondern diese in Zwickau aufzubauen. "Wir sahen uns aus Kostengründen nicht in der Lage, dies in Immenstetten zu machen", so Kempis.

Schließung im Notfall nicht zu umgehen

Damit jedoch nicht genug: "Meine Zielsetzung ist es, die Situation in Immenstetten in den Griff zu bekommen. Wenn das nicht gelingt, muss ich anders weiterdenken." In den nächsten eineinhalb Jahre, so präzisierte der Vorstandsvorsitzende, sei zur Kostenreduzierung zunächst vorgesehen, Mitarbeiter von Immenstetten nach Haselmühl abzuziehen und dort an die Stelle von bis zu 100 Leihkräften zu setzen. Allzu massiv könne der Abzug aus der 300-köpfigen Immenstetten-Belegschaft jedoch auch nicht erfolgen, weil dort entsprechende Aufträge vorlägen. Sollten angedachte Anstrengungen nicht hinreichend fruchten, sei jedoch die Schließung des Werkes nicht zu umgehen.
Wie weitere Lösungsmöglichkeiten aussehen könnten, will das Management in Gesprächen mit dem Betriebsrat erörtern. Dessen Vorsitzender Udo Fechtner befand sich am Freitag im Krankenstand.

Keine Veränderungen am Stammsitz

Als Arbeitnehmervertreter äußerte sich zur aktuellen Entwicklung der Erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle Amberg und Grammer-Aufsichtsrat Jürgen Ganss. Er hatte an der Betriebsversammlung teilgenommen und bekräftigte, dass es dabei wegen der Sorge um den Erhalt der Arbeitsplätze hoch hergegangen sei. Gleichwohl machte er deutlich, dass es nicht das Ziel sei, Veränderungen am Stammsitz des Unternehmens zu verhindern - auch wenn die eigentlichen Probleme nicht hier, sondern andernorts vorhanden wären.

Umstrukturierung ohne betriebsbedingte Kündigungen

Ganss forderte deshalb neue Produkte für Immenstetten und wäre bereit, über Umstrukturierungen zu sprechen, allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen, ganz so, wie es der eigens geschlossene Tarifvertrag bis 2010 vorsieht. Sollte das Unternehmen jedoch an Entlassungen oder gar an die Schließung des Standortes denken, "dann wüssten wir, wie wir uns zu wehren hätten".

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