10.03.2013 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Gut 600 Besucher und Schaulustige bei Versteigerung im Autohaus Peter - Stundenlang Hochbetrieb Auktions-Ansturm wie am Volksfest

Als Erstes kommt die Büroeinrichtung unter den Hammer: unter anderem ein Wertfachschrank - natürlich leer. Vermutlich lag schon länger nichts wirklich Wertvolles mehr darin. Sonst wäre es nicht so weit gekommen mit dem Autohaus Peter an den Franzosenäckern. Am Samstag fand hier die öffentliche Versteigerung aller noch nicht verkauften und verwertbaren Güter statt. Mit einem Auftrieb fast wie beim Volksfest.

Bieten ging per Nummer zeigen. Gut fünf Stunden lang. Bilder: Huber (3)
von Thomas Amann Kontakt Profil

So formulierte das der vom Insolvenzverwalter Dr. Hans-Peter Lehner (Regensburg) bestellte Auktionator selbst. Fritz Schüller aus Nittenau hatte zwar mit großem Interesse gerechnet, aber nicht mit diesem Ansturm. Nach seiner Schätzung waren es gut und gern 600 Besucher, die zur rund fünf Stunden dauernden Versteigerung ins Ex-Autohaus geströmt waren. Die ersten Interessenten standen schon um kurz nach 8 Uhr da und schauten sich die Dinge an, die größtenteils zu sehr günstigen Preisen ab 11.20 Uhr unter den Hammer kamen (AZ berichtete am Dienstag). Das Gelände selbst und die Straßen drumherum waren komplett zugeparkt; viele weitere Besucher stellten ihre Autos aber auch auf dem benachbarten Kaufland-Parkplatz ab.

Schlangen beim Anmelden

Losgehen konnte es erst 20 Minuten später als geplant. Denn an der Registrierstelle, wo per Ausweis Namen erfasst und eine Kaution hinterlegt wurden, hatten sich Schlangen gebildet und noch nicht alle potenziellen Bieter ihre Nummern erhalten. Rund 350 ließen sich hier eintragen und boten größtenteils auch mit, um Büromöbel, jede Menge Reifen, Räder und andere Ersatz- und Autozubehörteile zu ergattern.

Die Versteigerung selbst lief ruhig und in gut geordneten Bahnen - fast ein wenig zu "unspektakulär", wie zum Beispiel Hans-Peter Kirchberger fand. Der Kümmersbrucker kannte so etwas bisher nur von Film und Fernsehen, hatte sich nach diesem Vorbild mehr "Show" in Richtung Unterhaltung erwartet. Das war es natürlich nicht, selbst wenn "zum Schauen und neugierig Sein" tatsächlich viele gekommen waren. Das gaben etliche Angesprochene unumwunden zu, die allerdings namentlich lieber nicht genannt werden wollten. So eine aufsehenerregende Aktion samt Imbissbude zur Verköstigung der Massen am Eingang lockte halt auch zahlreiche Schaulustige an. Aber nicht nur: Neben Privatkunden, die schnell mal einen Satz neuer Reifen mitnahmen, waren auch Vertreter der Kfz-Branche da. Aus der näheren und weiteren Umgebung, um hier reihenweise für sie oft günstige Schnäppchen zu machen.

So wurden fünf Stunden lang munter und diszipliniert per Nummer-Hochhalten alle rund 420 Verkaufspositionen abgesetzt. Große Bieter-Rennen mit am Ende weit nach oben geschaukelten Summen waren die Ausnahme. Was nicht heißt, dass Fritz Schüller und sein Firmenkollege Thiel kein gutes Geschäfts gemacht hätten. Im Gegenteil war der professionelle Auktionator mit dem Ergebnis von "mehreren Zehntausend Euro" (genauer wollte er sich nicht äußern) sehr zufrieden. Er sprach von einem "Erfolg", auch für die Kunden, die ihren Kauf entweder gleich mitnahmen oder heute und morgen noch abholen können.

Lagerbestand bleibt übrig

Nur eines brachte Schüller bei der Versteigerung nicht los: den komplett angebotenen Lagerbestand, der einen Schätzwert von 370 000 Euro hat. Das Höchstgebot dafür lag bei 8000 Euro. Klar, dass der Auktionator keinen Zuschlag erteilte, sondern lieber heute mit weiteren Interessenten aus der Branche verhandelt. Denn auch nach Samstag kann weiter verwertet werden. Schüller hat übrigens bald wieder zwei Versteigerungen in oder besser gesagt von Autohäusern: In Ingolstadt und Fürstenfeldbruck herrscht ebenso "Ausverkauf". (Angemerkt)

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