29.01.2018 - 17:46 Uhr
Oberpfalz

IG Metall dehnt Warnstreiks auf 24 Stunden aus Druck für Verhandlungstisch

Die Verhandlungen sind abgebrochen, aber noch nicht gescheitert. Trotzdem erhöht die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber und dehnt die Warnstreiks aus - auf 24 Stunden. Auch in drei Betrieben im Einzugsgebiet der Verwaltungsstelle Amberg.

"Mit den 24-Stunden-Warnstreiks erhöhen wir den Druck." Zitat: Horst Ott, Bevollmächtigter der IG Metall Amberg
von Kristina Sandig Kontakt Profil

IGM-Bevollmächtigter Horst Ott ist zuversichtlich. Die Stimmung in den Betrieben ist gut - natürlich im Sinne der Gewerkschaft. Momentan laufen Voten unter den IGM-Mitgliedern, ob die 24-Stunden-Warnstreiks laufen sollen. Angesichts von Schichtarbeit wurden zwar noch nicht alle befragt, weil diese Initiative erst angelaufen ist, doch Ott nennt am Montagmittag bei einer Pressekonferenz im Gewerkschaftshaus einen Zwischenstand: Über 96 Prozent sprachen sich für eintägige Warnstreik aus.

Ott spricht bewusst von einem Votum. Das sei nicht mit einer Urabstimmung zu verwechseln. Die laufe parallel. Denn für den Fall, dass die Tarifverhandlungen scheitern, müssen die Mitglieder befragt werden, ob sie unbefristet in den Ausstand treten wollen. Nur wenn sich 75 Prozent dafür aussprechen, wird gestreikt. Auch wenn dann ein Verhandlungsergebnis vorliegt, müssen erneut die Mitglieder befragt werden, ob sie dieses annehmen oder weiter streiken wollen. Doch soweit ist es noch nicht, denn die Verhandlungen am Wochenende in Baden-Württemberg wurden nur ergebnislos abgebrochen, sind also nicht gescheitert. "Die IG Metall hat sich bewegt, doch in der letzten Phase sind die Arbeitgeber immer mehr zurückgegangen, nie vorwärts." Die Antwort der Gewerkschaft darauf: Die Warnstreiks werden auf 24 Stunden ausgeweitet. Bayernweit werden dazu die Beschäftigten in 40 Betrieben aufgerufen. In ihrem Einzugsgebiet will die IG Metall Amberg mit drei Betrieben in den befristeten Arbeitskampf gehen. "Wir können aber noch ausweiten", sagt der Bevollmächtigte.

"Damit erhöhen wir den Druck", sagt Ott. "Wir weiten nicht in der Menge aus, sondern in der Intensität, also der Länge." Wie er weiß, haben die Arbeitgeber angekündigt, rechtlich gegen die 24-Stunden-Warnstreiks vorzugehen. "Selbst wenn sie das tun, hat das keine aufschiebende Wirkung." Sie könnten hinterher lediglich die IG Metall auf Schadenersatz verklagen. "Das wird uns nicht aufhalten", macht Ott deutlich. Zumal erst wieder am nächsten Samstag Treffen von Gewerkschaftern und Arbeitgebern angesetzt sind.

Ott ist überzeugt, dass die 24-Stunden-Warnstreiks den Firmen weh tun werden. Zudem seien sie auch für die Gewerkschaft Neuland. "Da wartet eine große logistische Aufgabe auf uns." Neu sei, dass die IGM-Mitglieder Streikunterstützung bekommen. Sei die Warnstreikphase vorbei und gebe es kein Ergebnis, "bleibt nichts anderes als ein Streik", kündigt Ott an. Das dürfe die Unternehmen doch nicht überraschen, meint er. "Das ist wie Weihnachten - irgendwann kommt's." Was der Amberger Bevollmächtigte nicht verstehen kann: Warum die Arbeitgeber die Situation eskalieren lassen. "Wir haben keinen Betrieb mit Kurzarbeit. Keinen, wo nicht Überstunden gemacht werden, wo nicht Personal gesucht wird."

Mit den 24-Stunden-Warnstreiks erhöhen wir den Druck.Horst Ott, Bevollmächtigter der IG Metall Amberg
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