11.04.2017 - 17:26 Uhr
Oberpfalz

Josefshaus wechselt erneut den Eigentümer Neue Lufthoheit fürs Luft-Hotel

Die Idee ist gar nicht windig, sondern so pfiffig wie das Luftmuseum selbst: Aus dem alten Josefshaus soll ein neues Hotel werden, das das Thema Luftkunstort aufgreift und damit Besucher aus allen Himmelsrichtungen nach Amberg weht. Damit das kein Luftschloss bleibt, wechseln im Hotel noch nicht die Gäste, sondern erst mal die Eigentümer.

Das Josefshaus soll ein zum Luftkunstort Amberg und seinem weltweit einmaligen Museum passendes Hotel werden. Passend zum Thema hat der künftige Beherbergungsbetrieb jetzt zwar noch nicht die Gäste, aber den Eigentümer gewechselt, der das Konzept jedoch gleichermaßen umsetzen will. Bild: Hartl
von Thomas Amann Kontakt Profil

Diese Nachricht kommt überraschend. Wir müssen sie aber nicht über Gebühr aufblasen, selbst wenn das Luft-thematisch passen würde. Wie so oft, gibt es Veränderungen, wenn ein frischer Wind weht. Der trifft in dem Fall auch die Gebäudebesitzer Klaus Herdegen und seine Frau Heike Bogner.

In der Lüdecke Armaturen GmbH, bei der Herdegen Gesellschafter ist und die alleinige Geschäftsführung innehat, ist seit gut zwei Jahren so viel los, dass den Eheleuten die Konzentration und die Muße für den Hotelbau unmöglich erscheint. Denn diese Maßnahme erfordere nahezu ebenso viel Aufmerksamkeit, wie eine erfolgreiche Firma zu führen.

Das ist das Unternehmen Lüdecke auf jeden Fall. Es ist allein seit Anfang 2016 von ursprünglich rund 100 auf 160 Mitarbeiter gewachsen. Ist das schon ein deutliches Zeichen seiner Expansion, so vergrößert sich der Betrieb an der Heinrich-Hauck-Straße derzeit auch räumlich kräftig. Dort ist der jüngste Erweiterungsbau kaum abgeschlossen, muss schon der nächste geplant werden. Und nicht nur das: Neben den Veränderungen zu Hause hat die Lüdecke Armaturen GmbH zum Jahreswechsel auch einen Konkurrenten in Düsseldorf übernommen, weil sich laut Herdegen die ideale Gelegenheit dazu bot.

Lüdecke braucht den Chef

Das alles brachte Aufgaben auf den Tisch, um die sich der Geschäftsführende Gesellschafter selber kümmern muss. Vor allem der Düsseldorf-Deal erfordert häufig seine Anwesenheit vor Ort. Obwohl die Übernahme auf dem Papier bereits erfolgt ist, reist Herdegen nach eigener Auskunft weiterhin regelmäßig zwischen Amberg und der nordrheinwestfälischen Hauptstadt hin und her. Das, plus die Entwicklung am eigenen Standort sind die Gründe, warum er fürs Josefshaus kaum mehr Zeit findet. Zumindest, was die konkrete Umsetzung des Vorhabens betrifft.

Umbau ein Millionenprojekt

Die Entwicklung der beschriebenen Idee und ihre Planung hat er zusammen mit Architekt Georg Zunner (Amberg) noch zu Ende gebracht. Bis zur Baugenehmigung, die derzeit läuft. Was aber die Realisierung betrifft, musste Herdegen wegen seiner gegenwärtigen und noch länger anhaltenden beruflichen Belastung die Notbremse ziehen. Zumal der Umbau des Josefshauses zum Hotel nach seinen Worten zu einem Millionenprojekt geworden ist.

"Das macht man nicht nebenher", wirbt der Lüdecke-Chef um Verständnis für seine Entscheidung. Er hat sowohl den Umbau als auch das Gebäude insgesamt in andere Hände gelegt. Sprich verkauft an einen neuen Investor aus Amberg. Dieser ist ein "guter Freund" von Herdegen "aus der Baubranche". Er will das Projekt genauso durchziehen, wie es geplant und bald genehmigt ist. Das versichert Klaus Herdegen zu 100 Prozent, weil es ihm selbst wichtig ist, dass genau das umgesetzt wird, was er angeleiert hat und was die beste Idee für das alte Gemäuer zu sein scheint. Dadurch wird das Josefshaus 20 Jahre nach seiner Schließung nicht nur aus dem Dornröschenschlaf gerissen, sondern ihm wird wie bei einer erweckten Prinzessin ein neues Krönchen aufgesetzt.

Auch das Sgraffito bleibt

Darum geht es Klaus Herdegen und seiner Ehefrau Heike Bogner: Sie wollten mit ihrem Engagement und nun eben auch mit dem Verkauf von Idee und Gebäude etwas voranbringen für Amberg. Übrigens: Auch das Sgraffito von Michael Mathias Prechtl an der Fassade, das den Bezug zum zweiten wichtigen (Stadt-) Museum mit seiner Prechtl-Schau in Amberg herstellt, bleibt erhalten. Der neue Eigentümer, der erst nach Erhalt der Baugenehmigung an die Öffentlichkeit treten will, wird es genauso wie Herdegen erhalten, sichtbar machen und seinen Stellenwert betonen. (Angemerkt)

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