Kälte legt Autos lahm und beschert Werkstätten viel Arbeit
Batterien tot und Diesel versulzt

Ordentlich strecken müssen sich seit vergangener Woche viele Werkstätten in Amberg, um wegen Kältefolgen liegengebliebenen Autofahrern weiterzuhelfen. Hier beim Autohaus Schwarzkopf baut ein Mechaniker einmal mehr einen versulzten Dieselfilter aus, um ihn zu reinigen. Bild: Steinbacher

Zusammengebrochene oder leere Batterien und eingesulzter Diesel, der den Motor streiken lässt: Die Kälte der vergangenen Tage hat Autos reihenweise lahmgelegt. Viele Werkstätten in Amberg hatten und haben gut zu tun, um die typischen "Winterkrankheiten" zu beheben und ihre Kunden wieder flott zu machen.

Die Frau an der Telefonvermittlung des Autohauses Fischer muss gleich lachen, als die AZ nach dem Werkstattaufkommen seit vergangener Woche fragt. Es ist nämlich so rapide angestiegen, dass fast nur noch Humor hilft, um die schlagartig angefallene (Mehr-)Arbeit zu bewältigen. "Allein am Samstag kamen zehn liegengebliebene Autos in unsere Werkstatt, und heute geht es so weiter", bestätigte Serviceberater Markus Prächtl gestern die Folgen der Kältewelle.

ADAC und Mobilservice

Wobei sein Arbeitgeber selbst Pannendienst für den ADAC leistet und so etliche der Kundenfahrzeuge über diese Schiene in die Speckmannshofer Straße brachte oder durchs firmeneigene Abschleppunternehmen holen ließ. Außerdem war und ist Auto Fischer laut Prächtl auch mit seinem Mobilservice unterwegs und half Kunden so direkt vor Ort. Zum Beispiel, wenn es ums Überbrücken der entleerten Batterie ging. Sie ist zumindest ab einem gewissen Alter einer der Schwachpunkte, wenn große Kälte herrscht. Zweistellige Minustemperaturen machen mitunter aber auch dem Winterdiesel zu schaffen, informierte Prächtl. Er verträgt zwar in der Regel bis zu -22 Grad, aber schneidiger Fahrtwind kühle die Tanks und Kraftstoffleitungen nicht selten noch unter diesen Wert ab. Die Folge: Der Diesel versulzt zu einer dickflüssigen Soße, die der Motor nicht mehr verarbeiten kann und deshalb ausgeht.

Hier hilft dann nur eines, was auch das Autohaus Schwarzkopf am Wochenende praktiziert hat. Es stellte die Autos betroffener Kunden - immerhin 15 an der Zahl - in seine Halle, um bei Raumtemperatur den Diesel quasi wieder auftauen und flüssiger werden zu lassen. Nachdem das doch einige Zeit dauerte und die Fahrzeuge allesamt am Samstag hereinkamen - teilweise ebenfalls per Abschleppwagen - bedeutete das eine Extraschicht am Sonntag. Die übernahm Filialleiter Berthold Kerres persönlich. Er musste den Leuten tags darauf die Autos wieder aushändigen - zu den Zeiten, wann es eben individuell unterschiedlich mit dem Abholen passte.

Filialleiter opfert Sonntag

"Sonst erlaube ich mir schon, am Sonntag freizumachen", schmunzelte Kerres. Am vergangenen Wochenende aber "opferte" er diesen Tag (bis 17 Uhr), um den Kunden in ihrer Not, das Auto wieder benutzen zu können, beizustehen. "Das ist schon was Besonderes", sagte der Filialleiter weniger auf seinen Einsatz, als auf die extreme Kälte mit diesen Folgen abhebend.

Auch bei der freien Werkstattkette ATU ist seit Tagen "jede Menge zu tun", wie Ambergs Filialleiter Michael Dittrich bestätigte. Sein Unternehmen vergleicht identische Tage jahrweise miteinander. Demnach war am Samstag in der Welserstraße fast doppelt so viel Umsatz und damit Betrieb zu verzeichnen, wie am Tag nach Heilige Drei Könige 2016.

"Wir hatten kaum mehr Batterien", informierte Dittrich und bestätigte damit ebenfalls, dass viele Kunden das "klassische" Winterproblem mit ihrem Auto hatten. Gleich am Montag musste ATU für Nachschub mit zwei Paletten neuer Batterien sorgen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.