16.05.2017 - 17:16 Uhr
Oberpfalz

Landgericht Nürnberg: Am 24. Mai können nur drei Aufsichtsräte ersetzt werden Kein guter Tag für Hastor

Etappensieg für die Grammer AG in der Übernahmeschlacht mit der Familie Hastor: Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat heute den Beschluss verkündet, dass auf der Hauptversammlung der Gesellschaft am 24. Mai im ACC maximal drei der Aufsichtsräte abgewählt und ihre Positionen neu besetzt werden dürfen. Außerdem liegt die Versammlungsleitung in den Händen der Gesellschaft und geht nicht auf einen Vertreter der bosnischen Investoren über.

Ein guter Tag für Grammer. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat zugunsten des Amberger Unternehmens entschieden. Bild: Hartl
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wie Friedrich Weitner, der Leiter der Nürnberger Justizpressestelle, am Dienstag auf Anfrage sagte, habe das Landgericht Nürnberg-Fürth in seinem Beschluss wörtlich dem Antrag der Hastor-Gesellschaft Cascade entsprochen, am 24. Mai drei der Aufsichtsräte der Grammer AG austauschen zu können. So viele Namen hätten auf der Ergänzung der Tagesordnung gestanden, die auf Veranlassung von Cascade den Aktionären zugegangen sei.

Nur drei Aufsichtsräte

Nach Einschätzung eines Insiders, der nicht genannt werden will, bedeutet dieser Beschluss aber eine krachende Niederlage für Hastor. Die drei Namen seien nämlich nur beispielhaft genannt gewesen, tatsächlich habe Cascade im Auftrag von Hastor fünf der sechs Aufsichtsräte der Kapitalseite ersetzen wollen - der sechste gelte ohnehin als Gefolgsmann der Bosnier. Zur Erläuterung: Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite stellen jeweils sechs Aufsichtsräte, nur erstere werden aber auf der Hauptversammlung gewählt.

Dafür hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der immer von der Kapitalseite kommt, doppeltes Stimmrecht. Hat Hastor diese sechs Aufsichtsräte auf seiner Seite, kann die Familie mit deren Mehrheit den Vorstand um Hartmut Müller neu bestimmen. Mit dem Beschluss des Landgerichts komme Hastor nun aber maximal auf vier Stimmen, so der Insider - eine Abberufung der Vorstände sei also unwahrscheinlich geworden. "Damit sieht es für das Unternehmen wieder ganz gut aus."

Auch das Oberlandesgericht in Nürnberg beschäftigte sich am Dienstag mit der Grammer AG. Hier ging es um den Einstieg des chinesischen Investors Ningbo Jifeng. "Die Hauptsache, die Ausgabe zusätzlicher Aktien, hat sich ja erledigt", so Grammer-Pressesprecher Ralf Hoppe. "Da ging es nur noch um die Verfahrenskosten." Das Urteil des Senats wird für Freitag, 19. Mai erwartet.

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