25.01.2017 - 16:40 Uhr
Oberpfalz

Mehrfache Biathlon-Olympia-Siegerin und Weltmeisterin motiviert zu Bewegungspausen im Beruf Mit Kati Wilhelm und Sport gut in Schuss

"Auf geht's! Ihr schafft das." Kati Wilhelm spornte am Mittwoch 20 Mitarbeiter der Grammer AG beim Sport im Betrieb nicht nur an, sondern machte auch selber mit. Oder besser gesagt, sie demonstrierte, wie es geht, nachdem sie zuvor schon rund 100 Angestellte am Standort in Immenstetten motiviert hatte, mehr gesunde Bewegungspausen am Arbeitsplatz einzulegen.

Wie fit sie auch rund sieben Jahre nach ihrem offiziellen Karriereende als Biathletin noch ist, demonstrierte Kati Wilhelm gestern bei einer einstündigen Sportstunde mit Mitarbeitern. Schon beim Aufwärmen machte die 40-Jährige große Sprünge. Bilder: Steinbacher (3)
von Thomas Amann Kontakt Profil

Das ist nicht nur für die Beschäftigten und ihre Firmen ein wichtiges Thema, sondern auch für die Krankenkassen, die die Auswirkungen falschen Verhaltens mit folgenden Behandlungen mit tragen müssen. Dem will auch die Barmer vorbeugen und hat deshalb ein Präventionsprojekt unter dem Titel "Spitzensportler bewegen Mitarbeiter" entwickelt. Dabei geht es vor allem darum, Unternehmen und ihr Personal zu motivieren, dieses Thema ernst zu nehmen und etwas für die Gesunderhaltung zu tun.

Kati Wilhelm, die mehrfache deutsche Biathlon-Olympiasiegerin und Weltmeisterin, stellt sich sozusagen als Motivationstrainerin und Vorbild zur Verfügung. Bei Grammer in der Wernher-von-Braun-Straße machte sie nicht nur ein einstündiges Workout mit 20 per Los ermittelten Mitarbeitern, sondern berichtete zuvor auch über Stationen, Höhen und Tiefen ihrer Sportkarriere.

"Ich habe viel investiert und einiges riskiert, aber das gehört einfach dazu", ermunterte Kati Wilhelm, Entscheidungen zu treffen, die einen persönlich weiterbringen. Sie selbst stieg erst spät 1999 von Langlauf auf Biathlon um, musste dort "so gut wie von unten wieder anfangen". "Das hat mich herausgefordert, mich hochzukämpfen", umriss Wilhelm ihr Ziel, als Einzelläuferin und in der Staffel Weltklasse zu werden.

"Später, als ich die Goldmedaille hatte, wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war, zum Biathlon zu wechseln", blickte die 40-Jährige auf ihren Erfolg zurück (sie meinte damit ihren ersten WM-Sieg im Sprintrennen 2001 in Pokljuka und ein Jahr später das Olympische Gold in Salt Lake City im Einzel- und Staffellauf). 2004 raffte sie sich nach eigenen Worten zu einem weiteren Neustart in ihrer Karriere auf, als sie vom Trainingsstützpunkt Oberhof ins damals eigentlich "feindliche Lager" nach Ruhpolding ging, um dort - stärker auf sich allein gestellt und mit "mehr Eigenverantwortung" - wieder ein Stück weiterzukommen.

"Ich zeig's euch schon, dass das der richtige Weg für mich ist", hielt sie Zweiflern entgegen und sah sich am Ende durch neue Erfolge bestätigt, die wiederum Ansporn zur Weiterentwicklung waren. Zum Beispiel, 2008 ein eigenes Team mit zwei Trainern und exklusiver Servicemannschaft zusammenzustellen.

Hintergrund

"Für unsere Beschäftigten ist es eine tolle Gelegenheit, von einem Profisportler direkt Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Training im Alltag zu bekommen." So begründete Ulrich Stiegler vom Konzernpersonalwesen der Grammer AG die Entscheidung seines Unternehmens, am Präventionsprojekt der Barmer teilzunehmen. "Wenn wir die Menschen dazu bringen wollen, gesünder zu leben, müssen wir neue Wege gehen: Wichtig ist, dass wir sie im Alltag abholen - etwa im Beruf", schilderte Anita Gleissner, Regionalgeschäftsführerin der Barmer Amberg, den Hintergrund. Deshalb sei das Projekt ins betriebliche Gesundheitsmanagement eingebettet. (ath)

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