Nach dem Konkursantrag vom August steht das endgültige Aus für das Renault- und Dacia-Autohaus ...
Go on Automobile zerbricht

Düstere Wolken über Go on Automobile an der Nürnberger Straße: Nach dem Insolvenzantrag vom 30. August zeichnet sich nun die endgültige Auflösung der Firma ab. Noch im Sommer waren dort und in der Niederlassung in Sulzbach-Rosenberg 20 Mitarbeiter beschäftigt. In der Herzogstadt ruht der Betrieb bereits. Die Werkstatt in Amberg schließt zum 31. Dezember ihre Tore. Bild: Steinbacher
 
"Mit den Einzelangeboten bekomme ich mehr herein." Zitat: Stephan Meyer, Insolvenzverwalter

Go on Automobile an der Nürnberger Straße bricht auseinander. Nach dem Insolvenzantrag zum 30. August sind die Tage des Autohauses mit den Marken Renault und Dacia gezählt. Wann genau Schluss sein wird, dürfte in einem engen Zusammenhang mit dem Ausgang der Gläubigerversammlung im Januar zu sehen sein.

Damit haben sich die anfänglichen Vorstellungen von Insolvenzverwalter Stephan Meyer (Kanzlei Anwälte Schwartz, Amberg), die komplette Firma in eine Hand zu geben, erledigt. "Es waren drei, vier ernsthafte Interessenten da", wiederholte er zu Wochenbeginn seine Worte vom vergangenen September (wir berichteten). Andererseits müsse er die Ansprüche der Gläubiger bevorzugt betrachten und strebe deshalb nun eine andere Lösung an.

"Mit den Einzelangeboten bekomme ich mehr herein", erläuterte Meyer - Geld, mit dem die Go-on-Außenstände mehr befriedigt werden können als im Falle einer Paketlösung. Bei der Aufteilung des vorhandenen Bestandes sehe er die Immobilie als den dicksten Brocken - und dafür lägen ihm mehrere Angebote vor. "Die höchste Offerte werde ich der Gläubigerversammlung vorlegen."

Daneben stünden noch etliche Fahrzeuge, mit deren Verkauf man Bares ernten kann, aber auch Inventar, Werkzeuge oder die Werkstattausstattung. Apropos Werkstatt: Diese schließt definitiv bereits zum Jahresende mit Ablauf von Silvester am 31. Dezember. "Die Kündigungen sind bereits rausgegangen", schilderte der Jurist die harte vorweihnachtliche Wahrheit für etwa ein halbes Dutzend der dort beschäftigten Mitarbeiter. Im Geschäft blieben damit nach bereits erfolgten anderen Freistellungen vorläufig etwa fünf Bedienstete, die den verbleibenden Betrieb am Laufen halten sollen.

Rechtsanwalt Meyer schilderte gegenüber unserer Zeitung, warum sich seine positive Einschätzung für den Fortbestand der Firma vom September nun nicht mehr halten ließ: "Die Erträge haben das Ausmaß des Aufwands nicht mehr erreicht."

Deshalb nun der Ausverkauf. Die Gläubigerversammlung ist nach derzeitigem Planungsstand für den 16. Januar 2017 terminiert. Bei diesem Treffen kämen auch Angebote für den übrigen Firmenbesitz zum Aufruf. Kommt es dabei zu den entsprechenden Einigungen und den Verkäufen, könnte das eine Versteigerung erübrigen.

Mit den Einzelangeboten bekomme ich mehr herein.Stephan Meyer, Insolvenzverwalter


Go on AutomobileAn der Nürnberger Straße in Amberg war Go on Automobile mit der Übernahme der Mitsubishi-Niederlassung im März 2011 an den Start gegangen. Geschäftsführer Klaus Koller hatte den Betrieb von Robert Birner übernommen, der aus Altersgründen ausgestiegen war. Koller war bis dahin seit 1991 in der Automobilbranche tätig, unter anderem als Fuhrparkleiter beim Zubehörriesen ATU. Im Frühjahr 2013 erhielt Go on mit Koller den Zuschlag, als es um die Vergabe der Markenvertretung von Renault und Dacia ging. Fahrzeuge dieser Marken waren zuvor an den Franzosenäckern vom Autohaus Peter vertrieben worden, das seinerseits Konkurs hatte anmelden müssen. Dass Go on ebenfalls zahlungsunfähig wurde, führte Konkursverwalter Stephan Meyer zu Beginn auf hohe Außenstände zurück, denn: "Im Kern ist es ein gesunder Geschäftsbetrieb", meinte er einst. (ben)
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