Nach Tarifabschluss in der Metall- und Elektro-Industrie
Mehr Geld oder mehr Freizeit

Ute Opritescu. Bild: Hartl

Mit Warnstreiks, Kundgebungen und vielen Aktionen wurde in der Metall- und Elektro-Industrie ein Tarifvertrag durchgesetzt, der neben mehr Geld auch mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit beinhaltet. Jetzt kommt es darauf an, das Ergebnis in den Betrieben durchzusetzen.

 Bei der Delegiertenversammlung der IG Metall informierte Ute Opritescu über die Details des Abschlusses. Die Referentin ist Juristin bei der Bezirksleitung München. Jeder Cent und jeder Euro, der während der Tarifrunde ausgegeben wurde, sei es wert gewesen, bekundete der 1. Bevollmächtigte, Horst Ott, der über eine stabile Finanzsituation der Verwaltungsstelle berichtete.

Vor dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektro-Industrie habe die IG Metall Abschlüsse im Schreinerhandwerk mit einer Lohnerhöhung von 5,5 Prozent und in der Holz- und Kunststoffindustrie mit vier Prozent erreicht, sagte Tarifexpertin Opritescu. Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie erhalten ab 1. April 4,3 Prozent mehr Geld und für Januar bis März eine Einmalzahlung von 100 Euro. 2019 bekommt jeder Arbeitnehmer ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehaltes und eine Sonderzahlung von 400 Euro. Eltern, Pflegende und Schichtarbeiter können zwischen diesem Zusatzgeld und acht zusätzlichen freien Tagen wählen, wobei zwei dieser Tage vom Arbeitgeber finanziert werden, informierte die Referentin. Bei künftigen Tariferhöhungen steigen diese Zahlungen.

Erstmals erhalten Beschäftigte die Möglichkeit, ab 2019 die Arbeitszeit von sechs bis zu 24 Monaten auf 28 Stunden in der Woche verkürzen, verbunden mit dem Recht, danach auf die bisherige Arbeitszeit zurückzukehren oder erneut eine verkürzte Vollzeit beantragen. Ute Opritescu: "Der Tarifabschluss bedeutet für die Beschäftigten mehr Geld und mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit." Außerdem erhalten Auszubildende neben der Erhöhung der Ausbildungsvergütung zwei zusätzliche bezahlte freie Tage, um sich für die Abschlussprüfung vorzubereiten.

Zwar treten diese Tarifvereinbarung laut der Juristin aus München erst im nächsten Jahr in Kraft, doch sollten Beschäftigten, die davon Gebrauch machen wollen, sich bereits jetzt beim Betriebsrat beziehungsweise der IG Metall über die Verfahrensweise erkundigen.

Horst Ott blickte abschließend auf die Situation in Betrieben aus dem Zuständigkeitsbereich der Amberger IG Metall-Verwaltungsstelle. Da die Firma Netzsch aus Tirschenreuth aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten ist, werde die IG Metall über einen Haustarif verhandeln.
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