01.02.2017 - 17:32 Uhr
Oberpfalz

Sorgen bei der Amberger Grammer AG Angst vor der feindlichen Übernahme

Sind bei Grammer in der Region bald über 2200 Arbeitsplätze in Gefahr? Horst Ott will den Teufel nicht an die Wand malen - aber er will das auch nicht ausschließen. Den Amberger IG-Metall-Chef und stellvertretenden Vorsitzenden des Grammer-Aufsichtsrates treibt die Angst vor einer feindlichen Übernahme durch die bosnische Investoren-Familie Hastor um, die bei dem Zuliefererstreit mit VW im vergangenen Sommer für Schlagzeilen sorgte.

Grammer droht eine feindliche Übernahme. Dagegen wehren sich geschlossen Vorstand, Aufsichtsrat, Belegschaft, IG Metall und bedeutende Kunden des Amberger Unternehmens. Archivbild: Hartl
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Die Investoren Cascade und Halog, hinter denen der Hastor-Clan steht, wollen, wie Grammer bereits am Dienstag wissen ließ, alle Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat mit Ausnahme von Dr. Hans Liebler abberufen und durch eigene Vertreter ersetzen. Hierbei handelt es sich laut Grammer fast ausschließlich um aktuelle oder ehemalige Angestellte der durch die Hastors beherrschten Prevent-Gruppe. Weiteres Ziel sei es, den Vorstandsvorsitzenden Hartmut Müller loszuwerden (wir berichteten).

Im Gespräch mit unserer Zeitung thematisierte Horst Ott am Mittwoch diese angestrebte feindliche Übernahme und kündigte an: "Wir werden uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren." Ott hob dabei hervor, dass der Vorstand des Unternehmens, der Aufsichtsrat, die IG Metall, natürlich die Belegschaft und bedeutende Kunden der Grammer AG dahingehend einig seien und eine "einheitliche Linie" hätten. "Solche Defense-Maßnahmen bei feindlichen Übernahmen hat es in Deutschland bisher nicht so häufig gegeben", meinte der Gewerkschafter und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.

Grammer, so sagte Ott, müsse unbedingt selbstständig bleiben, nur so ließen sich die Arbeitsplätze in der Region auch erhalten.

Der IG-Metall-Chef appellierte in diesem Zusammenhang ebenso an die Politik (Gespräche sollen bereits stattgefunden haben), im Kampf gegen die Einflussnahme unterstützend zur Seite zu stehen. Zumal eine Übernahme später einmal auch weitere Arbeitsplätze im Grammer-Umfeld kosten könnte. (Seite 15)

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