30.04.2018 - 16:10 Uhr
Oberpfalz

Sparkasse Amberg-Sulzbach legt Bilanz für 2017 vor: Zukunft fordert Veränderung

Die Zukunft der Sparkasse kommt via Beamer in den Konferenzraum. Ulrich Grothaus ist per Video zugeschaltet. Er ist Kundenberater - aber kein normaler. Grothaus steht für das Video- und Telefonbanking. Für die Zukunft eben.

Zufriedenheit im Zeichen steter Veränderung. Die Vorstände der Sparkasse Amberg-Sulzbach (von links): Alexander Düssil, Dieter Meier und Werner Dürgner. Bild: Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Vorbei sind die Zeiten ständig neuer Umsatz- und Bilanzrekorde. Darum reden die Vorstände der Sparkasse Amberg-Sulzbach an diesem Vormittag der Bilanzpressekonferenz nicht lange herum. Wie alle anderen Banken auch kämpfen sie an der Marienstraße um ihren Platz in der Zukunft. Und die liegt, wie unschwer zu erraten ist, nicht mehr im starren Filialgeschäft und kurzen Anlagegesprächen.

Oder wie es Werner Dürgner ausdrückt: Früher wollte jemand eine bestimmte Summe anlegen, man diskutierte kurz über die Zinshöhe und wurde sich dann einig - normalerweise in knapp 20 Minuten. Heute sei es wesentlich aufwendiger, für den Kunden eine Geldanlage zu finden, bei der er noch zufriedenstellende Erträge erzielen kann. Das kostet - bürokratischen Aufwand und sehr viel Beratungszeit. Um das alles leisten zu können, benötige die Sparkasse gut ausgebildete Kräfte, ergänzt Vorstandsvorsitzender Dieter Meier. "Das verursacht sehr hohe Investitionskosten."

Und schmälert erst einmal das Jahresergebnis, das laut Meier aber 2017 immer noch zufriedenstellend ausfiel. Aber es lohne sich auch, so stellt er in nüchternen Zahlen fest. Die Anzahl der Zugriffe über die Internetfiliale habe 2017 noch einmal um gut 25 Prozent zugenommen. "Und die Telefonfiliale hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen."

Ulrich Grothaus am anderen Ende der Videoleitung kann da nur zustimmen. "Wir lassen unsere Kunden nicht alleine stehen", so sagt er. Die Tatsache, dass die Sparkasse beim Video-Banking nur Berater aus der Region einsetze, verschaffe ihr den entscheidenden Vorteil gegenüber den bloßen Internetbanken. Der Oberpfälzer weiß eben, wie der Oberpfälzer normalerweise tickt.

Doch die Zukunft geht weiter: Mitte des Jahres kommt Instant Payment, das Überweisungen innerhalb von 20 Sekunden ermöglichen soll. In Vorbereitung ist auch die Fotoüberweisung, bei der nur noch eine Rechnung abfotografiert wird - und schon ist die entsprechende Überweisung komplett ausgefüllt. Die digitale Geldbörse steht dann am Ende dieser Innovationskette.

Der Preis der Innovation: Vorübergehend sinkende Gewinne, zurückgehende Beschäftigtenzahlen (2017: minus 40) und ständige Fortbildung für die Mitarbeiter. Alles kostet Geld. Doch am Ende steht die Hoffnung, dass sich das alles irgendwann einmal ordentlich auszahlt. "Wir haben in drei Dinge investiert", sagt Vorstand Alexander Düssil: "In Qualität, in Qualität und in Qualität."

Ansonsten gilt bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach: Gute Geldanlage bringt zufriedene Kunden. Auch hier will das Geldinstitut in Zukunft ordentlich punkten. Denn jeder vierte Sparkassenkunde hat mittlerweile dort auch ein Anlagedepot.

Zahlen 2017

Mitarbeiter: 415 Bilanzsumme: 1,932 Mrd. Euro Kundengeschäftsvolumen: 3,5981 Milliarden Euro

Kreditgeschäft: 1,597 Mrd Euro Kreditzusagen: 258 Mio Euro Kundeneinlagen: 1,466 Mrd Depotbestand: 594 Mio Euro Wertpapierumsatz: 175 Mio Euro

Kundenberater: 119 Immobilienspezialisten: 15 Firmenkundenspezialisten: 29

Kompetenzcenter: 4 Filialen: 16 Auszahlungsstellen: 60

 

 

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