13.10.2008 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Täglich 40 bis 50 Lastwagen zum Schlackenberg der Luitpoldhütte - Erstes Drittel vor Abschluss Nach Sanierung ein Freizeitidyll?

Einst aalten sich Schlangen und Lurche auf schwarz glitzernden Schlackebrocken in der Sonne - in einigen Jahren könnte das Gelände in neuem Glanz erstrahlen. Etwa dann, wenn Solarzellen an exponierter Stelle zum Himmel gerichtet sind, um Licht in Strom umzuwandeln.

von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Daneben grasende Schafe und Ziegen auf sattgrünem Magerrasen. Bis es so weit sein könnte, rollen einige Jahre täglich noch 40 bis 50 Lastwagen mit Füllmaterial zur Sanierung auf den Schlackenberg der Luitpoldhütte AG.Möglicherweise wird aus dem riesigen Areal eines Tages ein stadtnahes Gelände zur Naherholung und Freizeitnutzung. Heinz Wiesneth, Arbeitsdirektor der Luitpoldhütte und Nicole Rückerl, Umweltingenieurin des Unternehmens, wollten das bei einem Rundgang nicht ausschließen. Fest steht jedenfalls, dass nach Abschluss der auf rund zehn Millionen Euro geschätzten Sanierung auf der Fläche Magerrasen anzusäen ist. "Vielleicht weiden hier mal Schafe und Ziegen", blickte Nicole Rückerl in die Zukunft. Auch eine größere Photovoltaikanlage mit Solarzellen zur Stromgewinnung kann sie sich auf dem Plateau vorstellen.

Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg. Nach dem 2002 ergangenen Genehmigungsbescheid begann die "Sanierung nach dem Bundesbodenschutzgesetz" ein Jahr später. Heute steht das erste Drittel des Vorhabens praktisch vor dem Abschluss. In der ersten Phase wurde zunächst der vorhandene Wildwuchs beseitigt.

Zeitraum nicht absehbar

Allerdings, so Wiesneth und Rückerl, hatte das Werk dafür am Erzberg Ersatzflächen auszuweisen. Schließlich galt die Schlackenhalde - über die nicht nur Gras gewachsen war - nach Jahren des Brachliegens als "biotop-ähnliche Fläche" auf der gar mancher Bewuchs wild gedieh und sich verschiedene Schlangen- und Lurcharten ansiedelten.
Über welchen Zeitraum sich die Sanierung noch hinziehen wird, ist laut Wiesneth nicht konkret absehbar. Zunächst war 2012 angepeilt: "Das hängt vom Zufluss des Füllmaterials ab", informierte er. Einer der Zulieferer hierfür ist die Luitpoldhütte selbst, die so eine kostengünstige Möglichkeit gefunden hat, ausgedienten Formsand und Schlacke aus dem laufenden Betrieb unterzubringen. Das weitere, teils recycelte Material steuert die Firma Englhard bei, die mit der Abwicklung der gesamten Sanierung beauftragt ist.

"Alle Stoffe werden vom Landesamt für Umweltschutz in Augsburg überprüft", versichert die Ingenieurin hinsichtlich der Umweltverträglichkeit. Zusätzlich sei ein externes Institut als Kontrollorgan tätig, damit alles mit rechten Dingen zugeht.

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