15.05.2017 - 11:57 Uhr
Oberpfalz

Grammer startet erfolgreich in Geschäftsjahr 2017

Grammer erreicht im ersten Quartal des Geschäftsjahrs ein Umsatzplus von 7,5 Prozent auf 458 Millionen Euro. Trotzdem bleibt die Sorge, wie sich das Unternehmen zukünftig entwickelt.

von ​Tina Sandmann Kontakt Profil

Im ersten Quartal 2017 knüpft der Grammer Konzern an das Umsatzwachstum aus 2016 an. Das belegen die Quartalszahlen. Der Konzernumsatz stieg um 7,5 Prozent auf 458 Millionen Euro (im Vergleich: im Vorjahr waren es 425,9 Millionen Euro). Ebenfalls erhöhte sich das EBIT um 52,0 Prozent auf 22,5 Millionen Euro (Vorjahr: 14,8 Millionen Euro). EBIT ("Earnings Before Interest and Taxes") ist der Gewinn eines Unternehmens, ohne dass Steuern, Zinsen und einmalige Ausgaben berücksichtigt werden.

Hauptumsatz im Segment Automotive

Die Zahlen entwickelten sich so positiv, weil das Unternehmen Abläufe optimierte, Kosten senkte und neue Projekte startete. Den Hauptumsatz machte Grammer wie schon in den Vorjahren im Segment Automotive mit einem Wachstum um 6,1 Prozent auf 335,5 Millionen Euro (im Vorjahr: 316,1 Millionen Euro).

Ebenfalls positiv entwickelte sich das Unternehmen im Segment Commercial Vehicles. Zuwächse bei Baumaschinen und Material Handling vor allem im Lkw-Bereich in China und Europa führten zu einem Umsatzanstieg von 134 Millionen Euro (im Vorjahr: 122,0 Millionen Euro).

„Die positive operative Geschäftsentwicklung, die sich erwartungsgemäß auch im ersten Quartal 2017 fortgesetzt hat, zeigt, dass unsere Strategie, die wir seit Jahren konsequent umsetzen, nun Früchte trägt. Wie geplant, haben wir die Profitabilität des Grammer Konzerns signifikant steigern können und profitieren von unseren Investitionen der vergangenen Jahre. Wir kämpfen daher auch dafür, diesen Erfolgskurs für unsere Mitarbeiter, Aktionäre und Kunden weiter fortsetzen zu können“, sagt Hartmut Müller, Vorstandsvorsitzender der Grammer AG.

Sorge wegen Übernahme

Mitarbeiter, Betriebsrat, Gewerkschaften sowie Politik, Kunden und Branchenexperten zeigen sich trotzdem besorgt: es herrscht Unsicherheit wegen der Beteiligung und der beabsichtigten Einflussnahme sowie einer möglichen Kontrollübernahme durch Gesellschaften der Hastor Unternehmensgruppe. Automobilhersteller machten bereits deutlich, dass sie ihre Kundenbeziehungen zu Grammer wegen den Entwicklungen prüfen und neu bewerten.

Im Bereich Automotive hat Grammer bereits spürbar weniger Aufträge. Diese Situation könnte sich bei einer Einflussnahme oder einem Kontrollwechsel verschärfen und nicht nur die Auftragslage sondern auch die Zukunft des Unternehmens gefährden.

Für 2017 geht die Geschäftsführung von einer deutlichen Umsatzsteigerung von rund 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Auch für die operative Konzern-EBIT-Marge wird eine weitere klare Steigerung gegenüber dem Vorjahr auf rund 5 Prozent erwartet. Grammer strebt eine Umsatzsteigerung auf über 2,2 Milliarden Euro und eine EBIT-Profitabilität von rund 7 Prozent im Jahr 2021 an. Wie sich die Entwicklungen in der Aktionärsstruktur auswirken, ist noch nicht abzusehen.

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