01.06.2017 - 22:34 Uhr
Oberpfalz

Wende bei Siemens Arbeitsplätze in Amberg gerettet

Sensationelle Wende bei Siemens in Amberg: Statt bis zu 400 Stellen abzubauen, vereinbarte der Vorstand jetzt mit IG Metall und Betriebsrat ein Eckpunktepapier. Darin steht unter anderem, dass künftig für jeden Auftrag, der von Amberg abgezogen wird, nach einem Ersatz gesucht werden muss.

Das Elektronikwerk von Siemens in Amberg. Archivbild: Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Von Andreas Ascherl

Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen bei Siemens in Amberg geben - und auch die natürliche Fluktuation darf nach Aussage des Amberger IG Metall-Chefs Horst Ott nicht dazu benutzt werden, um nach und nach den gewünschten Effekt zu erzielen. Im Gegenteil: Laut Ott ist in dem jetzt abgeschlossenen Eckpunktepapier festgeschrieben, dass die Azubis, die ihren Abschluss machen, unbefristet zu übernehmen sind. "Außerdem müssen pro Jahr mindestens 50 neue Azubis eingestellt werden." Nun liege die Fluktuation bei Siemens Amberg zwischen 30 und 40 Leuten pro Jahr - damit sei auf diesem Wege kein Stellenabbau mehr möglich. Zusätzlich sei mit den beiden Siemens-Managern Karlheinz Kaul und Peter Rihm vereinbart worden, ein Projekt-Team zu gründen, das eine Strategie dafür erarbeiten soll, wie für jeden Auftrag, der vom Amberger Werk - beispielsweise nach China oder Tschechien - abgezogen werden soll, ein Ersatz gefunden werden kann.

Auch die Ausgliederung des Amberger Siemens-Lieferzentrums ist nach Einschätzung von Ott erst einmal vom Tisch. Die Gegenseite habe sich bereit erklärt, der IG Metall alle Zahlen zur Verfügung zu stellen, auf denen der Beschluss basierte. "Die werden wir intern und extern von Gutachtern unter die Lupe nehmen lassen." Stelle sich heraus, dass es keine wirtschaftlichen, sondern nur politische Gründe für die Auslagerung gebe, werde diese nicht vollzogen. Zu verdanken sei dieser Erfolg dem Zusammenhalt und der Aktionsbereitschaft der Beschäftigten.

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