08.05.2017 - 20:00 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Theater-Ensemble des Heimat- und Kulturvereins Ammerthal landet mit „Bon Appétit“ einen ... Kakerlake im „Edelschuppen“

Dem 14-köpfigen Ensemble des Heimat- und Kulturvereins Ammerthal ist mit "Bon Appétit" ein Volltreffer auf die Lachmuskeln der Theaterbesucher gelungen. Ihre heruntergekommene Eckkneipe hat Wirtin Rosi ihrem geldigen Bruder bisher als Gourmetrestaurant "verkauft". Als der diesen "Edelschuppen" sehen will, kommt es fast zur Katastrophe.

Schlagfertig reagiert Rosi (rechts), als ihr von missgünstigen Konkurrenten eine Kakerlake untergeschoben wird. Das sei eine aus der Küche entwichene exotische Delikatesse. Beine und Kopf ab: Dann stopft sie ihrem adeligen Bruder Klaus Karl Ludwig (Zweiter von links) das Tier in den Mund. Und dem schmeckt's. Vor Schreck ist des Prinzen Tussi (links) auf einen Stuhl geflüchtet und Ober Otto bleibt vor Schreck der Mund offen. Bilder: gf (2)
von Autor GFProfil

(gfr) Rosi Bierbrauer (Irene Pemp) betreibt ein schmuddeliges Wirtshaus, hat aber treue Stammgäste wie den schweigsamen "Seidl" (Ludwig Kustner), dessen gesamter Wortschatz im Zweiakter an einer Hand abgezählt werden kann, die arbeitslose Babsi (Bianca Götz) und den Otto "Blümchen" (Klaus Eichenseer), der seiner Wirtin quasi jeden Wunsch von den Augen abliest. Regelmäßig am Tresen hockt auch Dörte (Doris Weiß, die auch Regie führt), aber immer schneller ist, wenn sie von der Intelligenz verfolgt wird. Der "Seidl" investiert lieber in Alkohol, denn da hat er mehr Prozente als auf der Bank und Freunde hat er keine: Selbst der Klodeckel fällt ihm in den Rücken.

Mehr als nur geflirtet

Nicht ganz die Wahrheit hat Rosi ihrem reichen Bruder über die Eckkneipe erzählt, denn sie will sich von ihm Geld für ihr "vornehmes Gourmetrestaurant" leihen. Hätte ja gut gehen können, wenn der adelige Anverwandte nicht seinen Besuch angekündigt hätte. Bürgermeister Johann Gsellinger (Josef Stöcklmeier) trifft mit seiner überkandidelten Ehefrau Marielle (Monika Fruth) ein, für die Dörte ein Brechmittel ist, denn sie hat bei den Gsellingers in Reizwäsche geputzt und mit dem Bürgermeister etwas mehr als nur geflirtet.

Als der sternhagelbesoffene Bürgermeister, der von sich meint, nüchtern zu sein, sich für ein Tänzchen an den Rettungsringen seiner Marielle festhält, zieht die ihrem Fremdgeher eine Flasche über den Kopf. "Wie machen wir aus der Eckkneipe einen Nobelschuppen?", überlegt Rosi. Da müssen alle Stammgäste mit ran, Otto Blümchen als vornehmer Kellner, Doris als Freifrau von Hippenstil, die im Gourmetrestaurant "exquisia spoisen" will.

Schneller Wandel

Ein dickes Lob verdienen die Ammerthaler Bühnenbauer, denn sie schaffen es tatsächlich, in der Pause, die heruntergekommene Spelunke in ein Nobelrestaurant zu verwandeln. Sie werden rechtzeitig fertig, bevor Rosis adeliger Bruder Klaus Karl Ludwig Prinz von Lohengrin (Anton Peter) auch schon mit seiner überzogen vornehmen Affäre Annabelle la Bouche (Anja Kunz) eintrifft. Den schweigsamen "Seidl" zwängen Rosi und ihre Stammgäste in einen Anzug, damit er im vornehmen Restaurant nicht weiter auffällt.

Spiritus in Sherry

Hinterhältig schleichen sich die eingebildeten und durchtriebenen Konkurrenten Enrico und Carmen Jahnke (Michael Haller, Katharina Weiß) als französische Spitzenköche, die nur helfen wollen, bei Rosi ein. Sie mischen den Braten mit einer Extraportion Tabasco auf und füllen Spiritus in die Sherry-Flasche. Der Gipfel der Hinterhältigkeit ist eine freigelassene Kakerlake. Aber da haben die beiden nicht mit Rosis Schlagfertigkeit gerechnet: Sie macht ihrem Bruder das Insekt als exotische Delikatesse schmackhaft und der verschlingt das Krabbeltier auch noch mit Genuss. Prinz von Lohengrin will als Investor natürlich auftrumpfen und hat mit Elvira Schliephake-Grumpler (Barbara Hirsch) eine kritische Restauranttesterin mitgebracht. Die fängt fast Feuer, als sie den Tabasco- Braten kostet. Aber da ist Otto rasch mit Feuerwehrhelm und Blumenspritze zur Stelle, löscht den Brand. Doch mit einem wohlwollenden Urteil wird es vorerst nichts.

Gute Oberpfälzer Küche

Aber da erinnert sich Rosi, was ihren Stammgästen schon immer geschmeckt hat, die Bauernseufzer mit Kraut. Das aufgewärmte Kraut und die würzigen Würste treffen den Geschmack der Kritikerin, die plötzlich auf gute Oberpfälzer Küche und einheimische Spezialitäten einschwenkt, das Besturteil ankündigt. Als das der adelige Investor mitbekommt, steigt er wieder ins Boot und kündigt eine satte Finanzspritze für Rosis gutbürgerliches Wirtshaus an.

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