24.08.2014 - 00:00 Uhr
AmmerthalOberpfalz

Deprimierendes 1:5 der DJK Ammerthal gegen FC Amberg - Doppelpack von Benjamin Werner "Müssen das erst mal sacken lassen"

Am Mittwoch trainierte er das erste Mal wieder mit der Mannschaft, am Samstag wurde er eine halbe Stunde vor Schluss eingewechselt und entschied das Spiel. Rückkehrer Benjamin Werner sorgte mit einem Doppelpack in den Schlussminuten für den 5:1-Derbysieg des FC Amberg in der Fußball-Bayernliga Nord bei der DJK Ammerthal.

Was für eine Rückkehr! Andreas Graml (Mitte) und Michael Brandl (rechts) feiern mit dem Doppeltorschützen Benjamin Werner (links). Den Stürmer hatte keiner auf der Rechnung: Erst seit Mittwoch trainierte der 28-Jährige, der nach der vergangenen Saison eigentlich eine studienbedingte Pause einlegen wollte, wieder mit der Mannschaft und rutschte durch den Ausfall von Tobias Wiesner in den Kader des FC Amberg für das Derby in Ammerthal.
von Autor RBAProfil

So deutlich wie das Ergebnis, war das Nachbarduell vor 1500 Zuschauern aber nicht. In den ersten 60 Minuten hatte Ammerthal die besseren Chancen. Und wieder zeigte sich, wo der Schuh bei der DJK drückt. Das Team von Trainer Andi Speer ("Wir können nicht immer nur von Pech reden. Es liegt manchmal auch an mangelnder Qualität.") betreibt einen hohen Aufwand, erarbeitet sich Möglichkeiten, verwertet diese aber einfach nicht.

Zufriedener Timo Rost

Der Druck auf beide Mannschaften war aufgrund der Tabellensituation immens, was sich auch mehrmals speziell auf der Amberger Bank bemerkbar machte. Bei vielen Schiedsrichterentscheidungen stürmte der FCA-Tross wie von der Tarantel gestochen auf den Platz, was der gut leitende Unparteiische schließlich unterband. Der FC Amberg hatte durch seine individuelle Klasse auf den Schlüsselpositionen erwartungsgemäß mehr vom Spiel, richtig überzeugen konnte der mit zahlreichen regionalligaerfahrenen Spielern bestückte Favorit aber nicht. Der Sieg für die Elf von Timo Rost war am Ende dennoch verdient. "Natürlich ist der Sieg etwas zu hoch ausgefallen, aber meine Mannschaft setzte die Vorgaben perfekt um", sagte Rost. "Insgesamt denke ich schon, dass wir ein ordentliches Spiel abgeliefert haben, ich bin mit der Leistung durchaus zufrieden."

Zufrieden hätte auch Andi Speer sein können, wären da nicht eine Handvoll individueller Fehler gewesen, die Amberg besonders in der Schlussphase gnadenlos ausnutzte. Benjamin Werner, der sich vergangene Woche früher als erwartet von seiner studienbedingten Fußballpause zurückgemeldet hatte und Tobias Wiesner - dessen Rückkehr von einem beruflichen USA-Aufenthalt verzögerte sich - ersetzte, bekam nach seiner Einwechslung zwei Chancen auf dem Silbertablett serviert und verwertete diese eiskalt zum entscheidenden 1:3 und 1:4 (83./87.).

Paukenschlag nach Pause

Den weitaus besseren Start hatten die Platzherren, doch Dominik Siebert (5.), Nico Becker (11.) und Nicolai Seidel (23.) scheiterten am reaktionsschnellen FC-Schlussmann Matthias Götz. Die kalte Dusche folgte in der 25. Minute, als Oliver Gorgiev einen Freistoß nach innen brachte und der sträflich freistehende Kai Hempel zum 0:1 traf. Ammerthal wirkte geschockt und konnte bis zum Seitenwechsel keinen Druck mehr aufbauen. Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag: Nach einem Fehler von Julian Ceesay sah Dominik Haller, dass Götz zu weit vor seinem Tor stand und überwand ihn aus gut 35 Metern (47.) zum 1:1. Ammerthal blieb am Drücker und hätte nach einer Traumkombination über Tom Lincke und Dominik Haller durch Nico Becker in Führung gehen können. Doch der Angreifer scheiterte frei vor dem Tor an Götz (51.).

Einen Freistoß in der 67. Minute führte der Amberger Sven Seitz blitzschnell aus und überlistete damit die indisponierte DJK-Abwehr samt Torhüter. In der Folgezeit fehlte der DJK das Aufbäumen, um die Niederlage noch abzuwenden. Amberg hielt die Ammerthaler weit vom eigenen Tor und nutzte die Fehler des Gastgebers eiskalt aus. Benjamin Werner (2) und der beste Mann auf dem Platz, Frank Lincke (90.), trafen zum 1:5. "Wir waren bei zwei Standards nicht präsent und zudem nicht in der Lage, unsere Gelegenheiten zu nutzen. Der Knackpunkt war das vermeidbare 1:2. Alles Wenn und Aber hilft uns nicht weiter, wir müssen dieses deprimierende 1:5 erst mal sacken lassen", sagte ein enttäuschter Speer.

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