DJK Ammerthal soll "schnell und ohne Schnörkel" spielen - Trainer Markus Mühling im Interview
Fußball mit neuer Handschrift

Seit Anfang der Woche gibt Markus Mühling die Richtung bei der DJK Ammerthal vor. Um den Spielern seine Ideen zu erklären, hat der neue Trainer in dieser Woche vier Übungseinheiten angesetzt. Bild: Huber
Lokales
Ammerthal
04.09.2014
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Am Freitag telefonierte er das erste Mal mit den Verantwortlichen der DJK Ammerthal. Am Samstag sah er sich das Spiel in Aubstadt an und am Montag leitete Markus Mühling schon das Training beim Fußball-Bayernligisten.

Lange überlegen musste der 35-jährige Schwabacher nicht, ehe er zusagte: "Ich freue mich riesig, diese Möglichkeit bekommen zu haben." Der ehemalige Bayernligaakteur des 1. SC Feucht, der SG Quelle Fürth und des SC 04 Schwabach, der seine Spielerkarriere nach einem Achillessehnenriss mit knapp 30 Jahren früh beenden musste, ist seit über zehn Jahren Trainer, betreute unter anderen verschiedene Nachwuchsmannschaften des 1. FC Nürnberg.

Herr Mühling, vom ersten Kontakt bis zum ersten Training waren es gerade einmal vier Tage. Sie sind sich schnell einig geworden...

Mühling: Beim ersten Telefonat mit dem Sportlichen Leiter Tobias Rösl merkten wir gleich, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.

Sie waren am Samstag als Zuschauer beim Spiel der DJK Ammerthal in Aubstadt, haben den ersten Saisonsieg miterlebt. Wie hat Ihnen Ihre neue Mannschaft gefallen?

Mühling: Man hat natürlich schon gemerkt, dass die Spieler nach der Trainerentlassung verunsichert waren. Aber der Auftritt hat mich positiv gestimmt. Von der Einstellung her, vom Kampf her war das absolut in Ordnung.

Haben Sie die Spiele der DJK Ammerthal eigentlich schon vorher verfolgt?

Mühling: Zwei meiner ehemaligen Mitspieler beim 1. SC Feucht, der Robert Ziegler und der Andi Schöll, waren ja Trainer in Ammerthal. Seit dieser Zeit habe ich die DJK schon im Blick.

Der Sportliche Leiter Tobias Rösl sagte, Ihre Vorstellung von Fußball, Ihr Plan und das Konzept hätten die Verantwortlichen überzeugt. Beschreiben Sie doch bitte mal Ihre Philosophie.

Mühling: Jede Situation soll spielerisch gelöst werden. Ich möchte keine weit nach vorne geschlagenen Bälle sehen. Wir wollen über wenige Stationen nach vorne spielen, schnörkellos und effektiv, flach und schnell. Dazu ist natürlich viel Bewegung nötig.

Kann man denn die Spielweise einer Mannschaft von heute auf morgen umstellen?

Mühling: Auf die Schnelle geht das sicherlich nicht. Aber wir werden versuchen, das möglichst bald umzusetzen. Deswegen habe ich auch nach dem ersten Training am Montag noch drei weitere Einheiten in dieser Woche angesetzt.

Haben Sie Bedenken, dass mancher Spieler diese Philosophie nicht versteht?

Mühling:Nein. Jeder wird wissen, was er zu tun hat, die Laufwege werden klar sein. Es gibt ein Defensivkonzept und ein Offensivkonzept. Wenn der Gegner angreift, müssen wir zustellen, aggressiv draufschieben und pressen. Haben wir den Ball, muss es schnell und schnörkellos nach vorne gehen.

Klingt gut. Aber was ist, wenn es nicht funktioniert?

Mühling: Wenn ich merke, es geht gar nicht, bin ich flexibel genug zu sagen: Wir müssen wieder umstellen.

Nur 8 Punkte aus 10 Spielen und Platz 15. Was ist Ihr Saisonziel?

Mühling: Grundsätzlich wollen wir am Ende so weit wie möglich vorne stehen. Der Klassenerhalt ist natürlich das vorrangige Ziel. Ich hoffe aber auch, dass man in der Spielweise einen Unterschied sieht und die neue Handschrift erkennt.
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