22.04.2018 - 21:34 Uhr
AmmerthalOberpfalz

"Derby ohne Feuer" - DJK Ammerthal schlägt den FC Amberg Wie ein Freundschaftskick

In einem Derby ohne große Emotionen, ohne große Stimmung und ohne große Aufreger besiegt die DJK Ammerthal in der Fußball-Bayernliga Nord den FC Amberg mit 2:1. Danach sieht es zunächst aber nicht aus. Denn die Mannschaft von Trainer Jürgen Press leistet sich vor der Pause einen unterirdischen Auftritt.

Kopf an Kopf in diesen engen Vierkampf gehen (von links) der Ammerthaler Thomas Schneider, der Amberger Jakob Hüttner, DJK-Kapitän Johannes Kohl und FC-Kapitän Jan Fischer. Bild: Ziegler
von Autor RBAProfil

Hauptsache gewonnen, lautete das Fazit der Ammerthaler nach dem 2:1-Erfolg am Sonntag gegen den Tabellenletzten FC Amberg, der im Rahmen seiner Möglichkeiten ein ordentliches Spiel ablieferte. Vor knapp 700 Zuschauern hatte die Mannschaft von DJK-Trainer Jürgen Press im ersten Durchgang zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnte sich aber durch den lethargischen Spielaufbau keine einzige Torchance erarbeiten. Da war viel zu wenig Tempo in den Aktionen, um den geschickt verteidigenden Gast entscheidend in Bedrängnis zu bringen.

Viel zu behäbig

Die Amberger hatten durch Sebastian Schulik in der 8. Minute die erste Chance des Spiels, doch DJK-Torwart Christopher Sommerer war auf dem Posten. Amberg agierte sehr defensiv, stand kompakt, machte geschickt die Räume eng und ließ kaum etwas zu. Bei der DJK fehlte das Feuer im Spiel, der behäbige Spielaufbau erinnerte mehr an einen Freundschaftskick. Viele Pässe in die Spitze fanden den Adressaten nicht, so dass FC-Schlussmann Maximilian Bleisteiner kaum gefordert wurde. Die Quittung für den unterirdischen Auftritt der Platzherren folgte in der 26. Minute, als Schulik eine Flanke von Florian Fruth perfekt verarbeitete und zum 0:1 traf. Ammerthal wachte auch jetzt nicht auf und fand bis zum Seitenwechsel kein probates Mittel gegen die diszipliniert auftretenden Amberger. Deutlich besser verlief dann der zweite Abschnitt, die Grün-Schwarzen waren endlich da und erspielten sich Chancen.

Geniestreich von Jonczy

Eine davon nutzte Michael Jonczy in der 50. Minute nach guter Vorarbeit von Fritz Lieder und Ismailcan Usta zum 1:1. Nur zwei Minuten später hatte der Torjäger das 2:1 auf dem Fuß, doch Bleisteiner war auf dem Posten. Das Geschehen spielte sich Dank einer deutlichen Leistungssteigerung weiter in der FC-Hälfte ab. Das Tempo allerdings blieb weiter überschaubar, es bedurfte wieder eines Geniestreichs von Jonczy, der ein mustergültiges Zuspiel von Thomas Schneider perfekt verarbeitete und zum 2:1 im Tor unterbrachte (61.). Ammerthal blieb das dominierende Team, den Gästen fehlte jetzt der letzte Biss und wohl auch die Klasse, um das Blatt noch zu wenden.

In der Folge verpasste es die Press-Truppe bei zahlreichen Großchancen, den Sack endgültig zuzumachen - die besten vergaben Lieder (74.), Jonczy (83.) nach Traumpass von Michael Dietl und Usta (83.), der frei vor Bleisteiner auftauchte. Am Ende blieb es beim knappen Ergebnis in einem wenig emotionalen Derby. Sauer reagierte Ammerthals Trainer Jürgen Press auf die Darbietung seiner Truppe vor allem in Hälfte eins: "Unter einem Derby stelle ich mir etwas anderes vor. Was die Mannschaft in der ersten Halbzeit abgeliefert hatte, war gar nichts. Da haben die Leidenschaft und Einstellung gefehlt, so kann man nicht auftreten. Wir haben es im zweiten Durchgang besser gemacht. Am Ende geht der Sieg dann auch in Ordnung."

Verletzung der Knackpunkt

Sein Trainerkollege Lutz Ernemann war überwiegend zufrieden mit der Leistung seines Teams: "Ich habe ein gutes Spiel gesehen, speziell von meiner Mannschaft, die taktisch das umsetzte, war wir uns vorgenommen haben. Knackpunkt in unserem Spiel war die Verletzung von Jan Fischer, danach fehlte der Kopf der Mannschaft. In der zweiten Halbzeit konnten wir dem Druck nicht mehr Stand halten." Unter dem Strich gehe der Ammerthaler Sieg aber in Ordnung.DJK Ammerthal: Sommerer - Stauber, Kohl, Wendl, Burger (46. Zitzmann) - Karzmarczyk, Schneider, Usta, Lieder (78. Ehbauer) - Abadjiew (68. Dietl), Jonczy

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