Ammerthaler Gemeinderat sieht Möglichkeit, die DSL-Versorgung zu optimieren
Lieber Glasfaser als Funklösung

Wirtschaft
Ammerthal
22.04.2013
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Möglicherweise bekommen die Ammerthaler bald noch schnellere Internetverbindungen. Der Gemeinderat beschloss jedenfalls am Mittwoch, ein Beratungsgespräch mit dem Bayerischen Breitbandzentrum zu führen. Die CWG hatte die Teilnahme der Gemeinde am neuen Breitbandförderprogramm beantragt. Bisher geschieht die DSL-Versorgung über Funklösungen der Amberger Firma Jobst DSL.

"Breitbandpate" Ludwig Schmidbauer erläuterte, dass es seit September eine neue Förderung gebe, allerdings nur für Gewerbetreibende. Und man brauche fünf Gewerbetreibende, die glaubhaft einen Bedarf von über 50 Megabit geltend machen könnten, um als "Kumulationsgebiet" zu gelten. Damit erreiche man eine maximale Förderung von 500 000 Euro. Der Fördersatz variiere dabei je nach wirtschaftlicher Lage der Gemeinde zwischen 40 und 80 Prozent. Da Ammerthal wirtschaftlich nicht so schlecht dastehe, kämen hier wohl eher die 40 Prozent infrage.

Das Nonplusultra

Jobst DSL biete derzeit eine Kapazität von 16 Megabit für Privathaushalte und 32 Megabit für Gewerbetreibende. Allerdings, und das habe ihn selbst überrascht, hat nach Auskunft der Firma Jobst von Letzteren noch keiner dieses Angebot wahrgenommen. Anita Weich (CWG) hielt fest, dass die umliegenden Gemeinden Kabellösungen hätten und nur Ammerthal sich für die Funklösung entschieden habe: "Aus heutiger Sicht war das ein Fehler." Sie plädierte dafür, die Gemeinde mit einer Glasfaser-Lösung voranzubringen. Die sei tatsächlich "nach wie vor das Nonplusultra", bestätigte Breitbandpate Schmidbauer. Bei anderen jüngst angepriesenen Methoden sei noch unklar, wie die Entwicklung verlaufe. Ammerthal sei zwar auch mit LTE sehr gut versorgt, da lasse allerdings die Leistung nach, wenn zu Stoßzeiten die Nutzeranzahl zunehme. Bei Glasfaser habe man dagegen immer eine feste Übertragungsrate.
Die Kosten für die Glasfaserversorgung von Ammerthal könnten nach Schmidbauers Einschätzung bei rund 600 000 Euro liegen. Auf die Gemeinde käme dann wohl ein Anteil von 240 000 Euro zu. Was Josef Haller (UWG) zu der Frage führte, warum man so viel Geld für eine andere Lösung ausgeben soll, wenn es mit dem Funk-DSL doch eigentlich keine Probleme gebe. Da das erste Beratungsgespräch aber kostenlos ist, wollte der Gemeinderat es erst einmal in Anspruch nehmen.

Ohne Beteiligung der Gemeinderäte Jutta Birner (UWG) und Johann Weber (CSU) wurden zwei Bauvorhaben durchgewunken. Die beiden Genannten durften als persönlich Betroffene bei ihrem jeweiligen Vorhaben nicht mit abstimmen. Es ging um die Errichtung einer Dachgaube auf dem Gebäude Nordgaustraße 18 durch Jutta und Kerstin Birner sowie um einen Anbau und die Nutzungsänderung beim Gebäude Dorfplatz 3. Bauherren sind hier Rita und Johann Weber.

Nur mit Rückfahrkamera

Wegen der Verlegung der Bushaltestelle in der Fichtenhofer Straße habe sie mit den Verantwortlichen des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach gesprochen, teilte Bürgermeisterin Alexandra Czarnec zum Schluss noch mit. Es bestehe eventuell die Möglichkeit, dass man dort doch noch eine Bushaltestelle bekomme. Die zuvor existierende war verlegt worden, weil der Bus rückwärts hätte fahren müssen. Ohne Einweiser oder eine Rückfahrkamera ist das aber nicht mehr erlaubt. Da könne man der Firma doch eine Rückfahrkamera spendieren, wurde aus dem Gemeinderat geäußert. So teuer könne die nicht sein.
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