06.06.2017 - 20:00 Uhr
ArzbergOberpfalz

Kirchlicher Segen für erhöhten Zuckerhutturm: Plattform über den Wipfeln

Kein Glück mit dem Wetter hatte der Fichtelgebirgsverein Arzberg, als am Pfingstsonntag die erhöhte Waldenfelswarte den kirchlichen Segen erhielt. Die Aussichtsplattform des Turms befindet sich jetzt 30 Meter über dem Boden und damit wieder über den Baumwipfeln.

Für ihren Einsatz wurden (von links) Maximilian und Georg von Waldenfels sowie Werner Hawel zu "Turmgrafen" ernannt, FGV-Vorsitzender Gerhard Wunderlich gratulierte. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

"Wir haben typisches Zuckerhutwetter", kommentierte FGV-Vorsitzender Gerhard Wunderlich die Lage. Kurzfristig waren am Vormittag noch kleine Zelte von Schirndinger Vereinen aufgebaut worden, um etwas Schutz vor dem Regen zu bieten. Pünktlich zum Festakt aber setzte der Regen aus, so dass Teile der Feier unter freiem Himmel stattfinden konnten.

"Vor sechs Jahren hatten wir erstmals den Traum, den Zuckerhutturm zu erhöhen, damit die Menschen wieder über die Baumwipfel des Fichtelgebirges schauen können. Heute wissen wir, aus dem Traum wurde Wirklichkeit." Mit diesen Worten begrüßte Ortsvorsitzender Gerhard Wunderlich die zahlreichen Gäste, die zum Festakt den Berg erklommen hatten. Der einst 20 Meter hohe Turm war um 12 Meter aufgestockt worden.

Beliebtes Ausflugsziel

Die kirchliche Segnung nahmen im Rahmen einer ökumenischen Andacht Arzbergs Stadtpfarrer Stefan Prunhuber und sein evangelischer Kollege Kai Steiner vor. "Wir danken Gott, dass aus dem Traum des Zuckerhutturms Wirklichkeit wurde. Wer am Turm oben steht, sieht, wie klein wir selbst doch eigentlich sind", sagte Pfarrer Prunhuber. Dazu ergänzte Pfarrer Steiner: "Der Turm tut uns gut, wir können unseren Blick in die Weite schweifen zu lassen. Wir erkennen, wie gut die Schöpfung Gottes gelungen ist." Hauptvorsitzende Monika Saalfrank blickte kurz auf die Geschichte der Waldenfelswarte zurück und dankte besonders der Familie von Waldenfels, dem Fichtelgebirgsverein Arzberg, der Stadt Arzberg und den vielen Förderern und Begleitern des Turmes. "Unser Kohlberg ist und bleibt ein beliebtes Ziel für Wanderer und Biker." Den Ortsverein Arzberg würdigte sie für die alljährliche Durchführung des Zuckerhutfestes. Dadurch sei der finanzielle Grundstock für die Erhöhung des Turms gebildet worden.

"Turmgrafen" ernannt

Die Kosten beliefen sich nach Auskunft von Gerhard Wunderlich auf 165 000 Euro. Die Hälfte der Kosten wurde mit Mitteln des Naturparks gedeckt, 20 Prozent der Kosten übernahm die Oberfrankenstiftung, jeweils 15 Prozent wurden vom Landkreis Wunsiedel und vom Fichtelgebirgsverein Arzberg getragen. Gerhard Wunderlich dankte allen an der Finanzierung und am Bau Beteiligten und ernannte, zur großen Überraschung der Festversammlung, Maximilian und Georg von Waldenfels sowie Werner Hawel zu "Turmgrafen". Es gab jeweils eine Urkunde und einen eigens geschaffenen Bierkrug.

"Heute ist ein großer Tag für unsere Stadt", betonte Arzbergs Bürgermeister Stefan Göcking. "Unser Wahrzeichen, der Zuckerhut, er ist jetzt von allen Seiten wieder sichtbar geworden." Der Fichtelgebirgsverein habe Großes geleistet, so Göcking. Landrat Dr. Karl Döhler freute sich über die neue Attraktion für das Fichtelgebirge. "Wir können jetzt auf München hinab sehen", bemerkte Dr. Döhler und sagte zu allen Beteiligten: "Ihr könnt stolz auf das sein, was ihr für unsere Heimat geschaffen habt. Das ist ein Beitrag dazu, dass unsere Region attraktiv bleibt." MdL Martin Schöffel ergänzte: "Wir als Fichtelgebirgler dürfen stolz auf das Erreichte sein, dass unser Traum in Erfüllung gegangen ist." Schöffel sprach von einem "wahren Highlight" und meinte humorvoll: "Unser Zuckerhut ist international bekannt, sogar bis nach Rio." Auch Maximilian von Waldenfels ergriff das Wort: "Bäume wachsen, aber unser Turm nicht, also mussten mir etwas tun. Jetzt ist unser Turm wieder weithin sichtbar." Dank zollte er dem Fichtelgebirgsverein Arzberg: "Dort sind handwerklich begabte Menschen zu Hause."

Beim Zuckerhutfest am Pfingstmontag konnten sich viele Besucher einen Eindruck vom erhöhten Turm verschaffen. Musikalisch wurde die Feier vom Posaunenchor des CVJM Arzberg umrahmt. Regenkleidung war allerdings nach wie vor gefragt.

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