18.12.2017 - 10:48 Uhr
Oberpfalz

Auerbach gibt zum 700. Geburtstag ein Buch heraus: Lebensfrohes Stadtporträt

hat 2014 den 700. Geburtstag gefeiert. 30 Autoren und mehr als 50 Fotografen haben sich dazu Gedanken gemacht - herausgekommen ist ein buntes Porträt der Stadt.

Nach einem Aufruf haben 30 Autoren und über 50 Fotografen viele Texte und Bilder zu diesem Gemeinschaftswerk anlässlich des 700. Geburtstags von Auerbach beigesteuert. Bild: Hartl
von Autor LMProfil

Chapeau, Auerbach: Das Buch ist ein echter Wurf geworden. 2014 feierten die Bürger der nordwestlichsten Gemeinde im Landkreis Amberg-Sulzbach ihre 700-jährige Stadterhebung. Heuer nun haben sie diesem Jubiläum ein literarisches Denkmal gesetzt. Nicht ganz "just in time", aber was lange währt, wird endlich gut: So kann sich das wohlgeratene Werk in jeder Hinsicht sehen und lesen lassen. Der erste Eindruck, wenn man den neuen Band in die Hand nimmt: ein quicklebendiges Porträt, inspirierend und animierend; ein Buch von zeitloser Ästhetik, toll illustriert und in seinen vielen kurzen Beiträgen alles andere als langweilig.

Die Buchgestaltung ist im Stil hervorragend ausgemittelt zwischen locker-lebensfroh und edel-elegant: Bei BeSt-Systeme (Sulzbach-Rosenberg) war man hier offenbar in guten Händen, denn Druck und Bindung sind tadellos. Jeder Beitragstitel, jede Zwischenüberschrift regt zum Reinschmökern und Weiterlesen an.

Großes Gemeinschaftswerk

Nach einem öffentlichen Aufruf haben 30 Autoren und über 50 Fotografen qualitätsvolle Texte und Bilder zu diesem Gemeinschaftswerk beigesteuert. Konzipiert von Stadtoberhaupt Joachim Neuß wurde es unter Redaktionsführung von Werbetext-Profi und Oldtimer-Spezialist Reinhold Kraus (Nürnberg) als dessen letztes Werk erstellt.

Themen und Textbeiträge liefern einen informativen Querschnitt durch Stadtleben und Bürgergesellschaft: von der 20-jährigen Bürokauffrau und dem promovierten "rasenden Reporter" über den pensionierten Forstrevierleiter und die Grundschulleiterin bis hin zum Chefarzt, zur Ordensschwester und zur evangelischen Pfarrerin. Sie skizzieren die spannende Historie der Bergstadt oder die Vita vieler verdienter Persönlichkeiten, präsentieren neben Auerbach auch Michelfeld, weitere sieben Ortsteile und deren Umgebung. Sie geben Einblick in Flora und Fauna, Feuerwehralltag und Vereinsleben, erzählen von gar eigenen Entwicklungen am fränkisch-oberpfälzischen Nachbarszaun. Zudem stellen sie (auch im Rahmen der Altstadtsanierung) wichtige Häuser, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen und Sozialinstitutionen vor - jeweils in sehr persönlicher, authentischer Perspektive.

Optisch schön kommen die Vogelschau-Ansicht der Altstadt sowie das Luftbild auf den Doppelseiten 304/305 bzw. 318/319. Originell sind die amüsanten Stilblüten aus der Grundschule, nicht minder der bunte Blumenstrauß aus Statements Zugezogener, die im Lauf der Zeit hier ihre Heimat gefunden haben.

Kirchlich geprägt

Interessant, wie "flüssig" die Kommunikation in der Praxis internationaler Partnerschaften ist (S. 97f). Beeindruckend ist auch, welchen Stellenwert Sport und Jugendarbeit, Musik und Kultur überhaupt, Bildungs- und Museumswesen in der noch sehr kirchlich geprägten Heimatstadt der Professoren Stromer heute spielen - und, wie erfrischend man dieses Informationsmenü der Leserschaft serviert.

Ein spezielles Alleinstellungsmerkmal birgt das Buch: Eines der bislang wohl längsten Grußworte des Amberg-Sulzbacher Landrats Richard Reisinger - sicher eine Liebeserklärung an Auerbach, das 703 Jahre nach seiner Stadterhebung einen eindrucksvollen Auftritt auf der Bücherbühne hingelegt hat.

Nur zwei Wünsche bleiben offen: Ein weiterführendes Literaturverzeichnis hätte einladen können, sich noch näher mit Auerbach zu beschäftigen (etwa anhand von Stadtarchivar Kuglers Chroniken), ein Register mit Sachen/Namen/Orten würde den Inhalt des Buches noch leichter erschließen. Nicht ganz erschließt sich dem Betrachter, warum nur manche Fotos Bildunterschriften haben.

700 Jahre Stadt Auerbach: Persönliche Perspektiven. Bürger skizzieren ihre Stadt. Regenstauf 2017, 319 Seiten, 34,90 Euro.

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