03.03.2017 - 15:04 Uhr
Oberpfalz

Neue Sonderaustellung des Fotografen Karl-Heinz Schmid im Bürgerhaus Stimmungen im Bild festhalten

Stimmungsvolle Täler im Morgennebel, herbstlicher Farbenrausch oder die illuminierte Altstadt bei Nacht: Die Fotografien von Karl-Heinz Schmid tauchen ein in Auerbach und die Natur drum herum. Sie spiegeln den besonderen Blick wider, den der 64-jährige Ohrenbacher für seine Heimat hat.

Morgens, wenn der Tag beginnt, oder abends bei Einsetzen der Dämmerung legt sich Karl-Heinz Schmid besonders gerne mit der Kamera auf die Lauer. Für dieses Bild musste er keine langen Wege zurücklegen; es zeigt seinen Wohnort Ohrenbach.
von Autor SWTProfil

Seine Bilder zeigen Momentaufnahmen herrlicher Blüten oder schillernder Insekten, architektonische Schönheiten oder verwunschene Orte, die der Wanderer so gar nicht wahrnimmt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Ausstellung im Museum 34, die am Freitagabend feierlich eröffnet wurde den Namen "Heimat im Fokus" trägt.

Bereits in der Schule kam Karl Heinz Schmid das erste Mal in einem Kurs mit der Fotografie in Berührung. Schwarzweißbilder wurden damals bearbeitet. Das Interesse war geweckt, aber der Beruf des Elektrotechnikers und die Familie mit drei Kindern nahmen erst einmal die Zeit in Anspruch. Erst in den 90er Jahren legte er mit einer einfachen Kamera los. Dann übernahm er die Pressearbeit beim SC Glückauf Auerbach und übte sein Hobby vor allem auf dem Fußballplatz aus.

Fotografieren als Therapie

Dann zwang ihn eine sogenannte stumme Nierenerkrankung für zehn Jahre an die Dialyse, bis er 2006 eine neue Niere erhielt. Als Gegenpol zu dieser gesundheitlichen Herausforderung beschäftigte sich Schmid intensiver mit dem Fotografieren. Er las Bücher, verfolgte Tutorials im Internet und stieg 2011 so richtig ein. "Neben der Sportfotografie begann ich, meine Heimat näher zu belichten", erzählt er im SRZ-Gespräch.

Das Fotografieren wurde zur Therapie. Ihm fiel auf, dass in den sozialen Medien und überhaupt auch im Netz nur wenig aktuelle Bilder von Auerbach und seiner Umgebung zu finden waren. Das hat ihn inspiriert. "Diese Momente, Stimmungen in der Stadt und der Landschaft, wollte ich festhalten." Schmid nutzt vor allem die Morgenstunden oder den frühen Abend, um seine unvergleichlichen Aufnahmen zu fertigen. Das Tal bei Ortlesbrunn etwa, das im Morgennebel liegt, der angereifte Obstlerweg im Herbst oder der "Indian Summer" am Grünberg mit dem alten Bergwerk Leonie im Vordergrund. Die Bilder sorgen auch im Netz für Furore. So werden die Fotos bei Facebook geklickt, auf seiner eigenen Homepage www.skho.de sind die wunderbaren Aufnahmen seiner Heimat zu sehen.

Als Handwerkszeug dienen ihm eine Sony A77 II und ein lichtstarkes Objektiv 24 - 70 mm oder 70 - 200 mm. Auch ein Makroobjektiv setzt er ein, für die Nahaufnahmen von Flora oder Fauna. Bei der Bildbearbeitung verwendet Schmid zu 80 Prozent mit dem RAW-Format. "Das ist vergleichbar mit dem Negativ der analogen Fotografie. Dadurch habe ich volle Kontrolle bei der Bildbearbeitung. Tiefen und Lichter oder der Weißabgleich lassen sich in höherem Umfang korrigieren."

Schmid arbeitet unter anderem mit dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop. Dennoch greift er in die digitale Bearbeitung nicht allzu sehr ein, betont er. "Ich versuche, das, was das Auge sieht, umzusetzen und hebe nur gewisse Details hervor." Dabei geht er nach dem Grundsatz vor: "Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut!" Dieses Zitat von Mario Cohen hat er sich zu eigen gemacht.

"Nie ganz zufrieden"

Längst ist Schmid nicht am Ende seiner autodidaktischen Ausbildung. "Ich bin nie ganz zufrieden, ich will immer noch besser werden." Unterstützung bei seinem Hobby findet er übrigens auch bei Ehefrau Georgine, die mittlerweile auch einen Blick für schöne Motive hat. "Sie weist mich dann darauf hin." Mit der Fotoausstellung im Bürgerhaus geht für Karl Heinz Schmid ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Bürgermeister Joachim Neuß war sehr angetan von dieser Idee. Schmid fotografiert übrigens auch für die Stadt Auerbach bei großen Events wie etwa der 700-Jahr-Feier. Und das tut er ehrenamtlich.

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