21.05.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Volles Zelt bei Martina Schwarzmann in Auerbach Im Traum nackert eingekauft

1200 Besucher, drei Stunden Gesang und Gedichte, Martina Schwarzmann übertraf am Samstagabend im Festzelt der Feuerwehr Auerbach alle Erwartungen. Gleich zu Beginn hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. Als sie nämlich alle "unwichtigen Gäste" - das Publikum - des Abends besonders begrüßte.

Martina Schwarzmann setzte ein Glanzlicht im Festzelt. Bild: swt
von Autor SWTProfil

Zuvor hatte Feuerwehrvorsitzender Thomas Kormann die Gäste willkommen geheißen. Schlag auf Schlag ging es weiter. Schwarzmann erzählt von der buckligen Verwandtschaft, die ihr als Grundlage für neue Texte dienen. Oder den Tücken des Alltags als dreifache Mutter. Ob die Kinder mit Wasser "pritscheln", das ist das Spielen mit einer Flüssigkeit außerhalb eines Gefäßes. Oder die prima Bananen-Chips, die durch die Fußbodenheizung entstehen, wenn die Kleinen dort ihre Essensreste ausschütten. Fast jeder im Zelt hat die kleinen Szenen einer Ehe im Kopf, wenn Martina Schwarzmann von den alltäglichen Ritualen als Hausarbeitsopfer spricht. Der Begriff Hausfrau ist ihr zuwider. "Dem Gutsherr gehört das Gut, aber der Hausfrau gehört nix"! Sie schockt den neugierigen Reporter, als der sie nach ihren Träumen fragt: "Ja mei, kürzlich hab ich geträumt, dass ich nackert einkaufen war." Und berichtet von ihrer Probefahrt im Cadillac mit dem lieben Gott. Der hat alle ihre Wünsche, die sie mal geäußert hat, wahr werden lassen. "Da tanzen die entblößten Mitarbeiter meines Stromanbieters und machen wüste Verrenkungen, weil sie sich ins Knie ..." Sie erzählt von den Kindergartenmuttis, bei denen der Haushalt perfekt und die Deko nach Jahreszeit abgestimmt ist. "Denen ist so langweilig, dass sie sogar Unterhosen bügeln!"

Oder ihre Pflichten der Grabpflege. "Da gibt es so an bestimmten Tag im Jahr, da pflanzen die alle neu an. Aber keiner will mir sagen, wann der ist! Und dann täten alle ihre Eisbegonien auf die Gräber, so was hässliches, wenn a Pflanze a Geschwür wär, dann wären es Eisbegonien."

Pfiffig, im liebenswerten bayrischen Dialekt, Martina Schwarzmann braucht keine große Bühnendeko, sie füllt die Bretter, so wie sie da sitzt mit ihrem Kleid vom Flohmarkt aus den 70ern, und ihrer Gitarre auf dem Schoß. Drei Stunden unterhält sie die Gäste mit humorvollen Anekdoten aus dem richtigen Leben, mit dem einen oder anderen nachdenklichen Satz und manchmal auch mit frivoler Wortwahl.

Die Leute sind begeistert, fordern eine Zugabe, die Martina Schwarzmann gerne gibt, bevor sie sich noch in der Nacht aufmacht, um nach Hause zu ihrer Familie zu fahren.

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