30.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Ab 1. September weniger Gottesdienste und neue Anfangszeiten - "Jede Pfarrei wird einen Schritt ... Der Priestermangel erreicht jetzt Auerbach

"Wir bitten Sie alle in dieser Phase des Umbruchs um Ihr Gebet und Wohlwollen. Es ist für uns alle eine neue Situation, die wir nur gemeinsam meistern können." Die Verantwortlichen der Pfarrei in Auerbach appellieren im aktuellen Pfarrbrief an das Verständnis der Gläubigen: Die müssen sich künftig auf geänderte Gottesdienstzeiten und weniger Messen einstellen.

von Autor SWTProfil

"Die Gläubigen müssen sich umstellen. Jede Pfarrei wird einen Schritt zurück gehen müssen:" Jetzt schlägt also auch in Auerbach der Priestermangel durch, bestätigen Eugen Eckert, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats in St. Johannes, und seine Stellvertreterin Birgit Barth bei einem Gespräch im Pfarrbüro.

Eine Viertelstunde früher

Ab 1. September gelten im Seelsorgebereich Auerbach mit den Pfarrgemeinden Auerbach, Michelfeld, Ranna, Neuzirkendorf und Gunzendorf geänderte Gottesdienstzeiten. Und auch die Anzahl der Messfeiern wird sich ändern. Viele Stunden dachten die Vertreter der genannten Gemeinden an einem Tisch nach und erarbeiteten eine "hoffentlich gute Lösung", wie Eckert es nannte.

Geändert werden unter anderem die Anfangszeiten der Messen in Auerbach. So beginnt der Sonntagsgottesdienst künftig nicht mehr um 9 Uhr, sondern bereits eine Viertelstunde früher. Der Familiengottesdienst um 10.30 Uhr wird ebenfalls um 15 Minuten vorverlegt und findet künftig nur noch alle 14 Tage statt. Dazwischen sollen Wortgottesfeiern ohne Eucharistie die Kinder und Jugendlichen in die Kirche locken. "Der Ain-Karem-Chor soll regelmäßig mit dabei sein", betont Birgit Barth.

Die Messen wurden deshalb vorgezogen, da künftig auch die Fahrzeiten der Priester von einer Kirche zur anderen berücksichtigt werden müssen. Bei den Vorabendmessen wird abgewechselt: Einmal werden sie am Freitag in Auerbach und am Samstag in Michelfeld gefeiert, in der nächsten Woche dann anders herum.

"Das hat uns kalt erwischt"

Die Versetzung von Pater Kurian Chackupurackal von Michelfeld nach Zapfendorf und Kirchschletten hat den Seelsorgebereich kalt erwischt, wie Eugen Eckert meint: "Wir haben damit nicht gerechnet." Bislang gibt es noch keine Gottesdienstbeauftragten für die Wortgottesfeiern. Ihre Ausbildung dauert ein gutes Jahr. Wortgottesfeiern werden also vorerst noch keine Messen ersetzen können.

Erschwert wurden die Planungen durch die Vorschrift, dass Priester an Sonntagen maximal drei Messen halten dürfen, erklärt Eugen Eckert. Dekan Dominik Sobolewski und Pater Frank Schwegler müssen also nun die Gottesdienste in Auerbach, Gunzendorf, Michelfeld, Neuzirkendorf und Ranna übernehmen. Dazu kommen noch das Krankenhaus und Hochzeiten sowie - nicht langfristig planbar - Taufen und Beerdigungen.

Gemeinschaft gefragt

In jedem Fall haben sich die Verantwortlichen zur Aufgabe gemacht, so viele Gottesdienste anzubieten, dass jeder, der möchte, eine Messe mitfeiern kann. Birgit Barth sieht da "die Gemeinschaft der Gläubigen gefragt". Nachbarn oder Verwandte, die mobil sind, könnten Menschen ohne Auto mitnehmen, wenn die Messe nicht in der Heimatkirche gefeiert wird. Über einen Shuttlebus wurde bereits diskutiert, aber die Umsetzung erweist sich als schwierig.

"Man kann eigentlich immer zur Messe gehen - allerdings nicht immer in der eigenen Kirche", sagt Birgit Barth. Vorerst gilt die neue Regelung bis Ende Januar, dann wird sie auf den Prüfstand gestellt.

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